Aktuelles seit unserem letzten Aufenthalt in Birma im März 2013



Kalaymyo - Htat Oo Tida:   18.11.2013

Das Dorf Htat Oo Tida ist ab sofort wieder ohne weiträumige Umwege erreichbar:

Sonny Cung Luai, der Direktor des Waisenhauses "Beulah Children Home", hat es in kürzester Zeit geschafft, gemeinsam mit seinem Bruder Rual Sang alle Bauteile für eine neue Brücke in der im Jahre 2012 von uns eingerichteten Schreinerwerkstatt zu fertigen und mit Hilfe der Dorfbewohner über dem Fluss zu installieren.

Die neue Brücke erweckt einen sehr stabilen Eindruck, was insbesondere an der professionell errichteten Uferbefestigung erkennbar wird. Allerdings handelt es sich nur um einen provisorischen Zugang zum Dorf: Fahrräder, Mopeds und Tuk Tuks können die Brücke ungehindert passieren. Für PKWs und LKWs ist sie hingegen tabu. Langfristig wird eine mit Eisenträgern armierte Brücke aus Stahlbeton mit tief eingelassenen Fundamenten benötigt, die auch extremen Überschwemmungen während der Regenzeit standhalten. Wir werden versuchen, dieses Projekt im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen.




Kalaymyo - Hochwasser:   17.10.2013

Das Ende der Regenzeit kommt auch in diesem Jahr sehr pünktlich. Die starken Niederschläge haben nachgelassen, so daß sich die Hochwasserlage allmählich entspannt. Jetzt, wo die Fluten der vergangenen Wochen und Monate langsam zurück gehen, werden insbesondere die verursachten Straßenschäden zum ersten Mal so richtig erkennbar.

Die Auswirkungen des Monsuns waren diesmal besonders gravierend. Zahlreiche Straßen wurden von reißenden Strömen unterspült, rutschten ab und wurden einfach weggeschwemmt. Es wird noch Monate dauern, bis die Infrastruktur wieder hergestellt ist. Und dann ist schon bald die nächste Regenzeit im Anmarsch ...




Kalaymyo - Hochwasser:   09.10.2013

Das Hochwasser erreicht einen voräufigen Höhepunkt: viele Dörfer in der Umgebung von Kalaymyo sind nur noch mit Booten erreichbar. Die Straßen sind überflutet.

Die von zahlreichen Nebenflüssen gespeiste Myittha hat seit Monaten ihr Bett verlassen und setzt nun auch das Zentrum von Kalaymyo unter Wasser. Das öffentliche Leben ist weitgehend zusammengebrochen,

Die Schulen sind seit geraumer Zeit geschlossen, weil der Weg dorthin für die Kinder viel zu gefährlich ist. Der Krankenhausbetrieb wird hingegen aufrecht erhalten, die Einweisung ernsthaft erkrankter Patienten stellt jedoch angesichts der katastrophalen, weiträumigen Überschwemmungen ein großes Problem dar. Die Bevölkerung nimmt die angespannte Situation gelassen hin, schließlich kehrt diese alle Jahre wieder. Einziger Trost: die Regenzeit neigt sich dem Ende entgegen.




Kalaymyo - Htat Oo Tida:   01.10.2013

Der Wasserpegel steigt von Tag zu Tag höher. Heute ist sogar der Fischteich des Beulah Children Home überflutet worden. Schlechte Zeiten für das Waisenhaus, gute Zeitren für die Fische, die alle entkommen konnten.

Glücklicherweise liegt sowohl das Waisenhaus als auch die Schreinerwerkstatt noch im Trockenen. Jetzt zeigt sich, wie weise es war, das Grundstück für unser Waisenhausprojekt 2012 während der Regenzeit in 2011 auszusuchen.

Wie sagte Sonny Cung Luai damals: Alle Grundstücke, die zum Höhepunkt der Regenzeit noch aus dem Wasser herausragen, kommen für uns in die engere Wahl.




Kalaymyo - Htat Oo Tida / Sanmyo:   30.09.2013

Die Urgewalten der Natur machen auch vor den Ärmsten der Armen nicht Halt: Links sehen Sie das vermutlich letzte Foto der alten Brücke, welche südlich der Hauptstrasse zwischen dem Zentrum Kalaymyos und dem Tahan Township ins Dorf Htat Oo Tida führte. Kurze Zeit später wurde sie von den Fluten mitgerissen und wie ein Spielzeug weggespült.

Am nachfolgenden Tag ertrank ein befreundetes Ehepaar - der Waisenhausbetreuer Joshua Ni Kio und seine Frau Mya Mya. Die beiden waren zu Besuch im Dorf Kyi Gone. Als sie abends nach Sanmyo zurückkehren wollten, war die Straße bereits vom Fluß Phaung Ko überflutet. Offenbar dachten sie aber nur daran, daß ein kleines Baby im Waisenhaus ihre Hilfe benötigt. So unterschätzten sie die Gefahr und versuchten trotzdem noch, ihr Haus zu erreichen. Das wurde ihnen letztendlich zum Verhängnis. Die Nachricht von ihrem plötzlichen Tod hat uns sehr bestürzt. Seitdem kümmern sich erst einmal ihre Eltern und sein Bruder um die achtzehn Waisenkinder.




Sakhaingyi - James Thawng Cin Than:   29.08.2013

Die Regenzeit in Birma hat längst begonnen. Auch das Dorf Sakhaingyi bleibt vom diesjährigen Hochwasser nicht verschont.
Der in Flußnähe gelegene alte Brunnen ist zur Zeit zwar trockenen Fusses nicht mehr zugänglich, die Erhöhung der Brunneneinfassung im Rahmen der durchgeführten Reparaturarbeiten trägt aber schon Früchte. Das Hochwasser schwappt nicht mehr in den Brunnenschacht und kann so das Brauchwasser nicht mehr verunreinigen,

Der neue Brunnen befindet sich hingegen geographisch auf einem wesentlich höher gelegenen Plateau. Sein Zugang ist während der Regenzeit nicht beinträchtigt.

Auf dem rechten Foto posiert die ganze Familie nach burmesischer Art - bitte nicht lächeln - vor der indischen Merrit Nähmaschine, die wir im Frühjahr 2013 James' Ehefrau Vung Sian Kim zum Geschenk gemacht haben. Vung erwirtschaftet damit bereits einen regelmäßigen, nicht unerheblichen Beitrag zum gemeinsamen Familieneinkommen. Auch ihre zwölfjährige Tochter findet schon Gefallen am Nähen. Vielleicht wird sie ja später einmal den Beruf der Schneiderin ergreifen.




Htat Oo Tida - Beulah Children Home:   14.08.2013

Sonnys Frau Biak Rem Mawi hat ein simples Arrangement aus einem stabilen Holzrahmen und äquidistant eingeschlagenen Nägeln gebastelt, auf dem, wie auf einem klassischen Webrahmen, breite Schals aus Wolle gefertigt werden können. Die dreizehnjährige Ngun Tha Chin auf dem linken Foto erweist sich als besonders geschickt. Ihre Begeisterung bei der Herstellung der Schals läßt sich geradezu von ihren großen Augen ablesen.

Wir freuen uns sehr über die ersten Fotos von der farbenfrohen Produkt-Palette. Mögen die Wolltücher an den kleinen Waisenkindern wie eine Toga wirken, so haben sie für Erwachsene immerhin noch die Ausmaße einer Stola. Für Sonny sind es jedoch weiterhin "Neckerchiefs". Diese lassen sich übrigens sehr gut für 5.000 Kyat (umgerechnet etwa 4,36 Euro) auf dem Markt verkaufen. Damit ist eine zusätzliche Einnahmequelle für das Waisenhaus erschlossen. Die unerwartete Eigeninitiative und produktive Kreativität im Beulah Children Home erfüllt uns mit großer Zufriedenheit..




Yangon - San Lin:   01.08.2013

Durch San Lin, einen langjährigen Freund aus Yangon, erfahren wir die traurige Geschichte eines Babys, welches vor etwa einem Jahr in seiner Nachbarschaft mit einer sogenannten Analatresie geboren wurde: Das kleine Mädchen heißt Ma Phone Wa Di und hat seit seiner Geburt keinen Anus. Die junge Mutter Daw Mon Mon Lwin, inzwischen von ihrem Ehemann verlassen, konnte mit finanzieller Hilfe ihrer Tante im Dezember 2012 eine erste Operation im General Hospital in Yangon durchführen lassen. Die Kosten des chirurgischen Eingriffs inklusive anderthalb Monate Krankenhausaufenthalt beliefen sich auf etwa 600.000 Kyat.

Offenbar ließ die erforderliche, intensive Nachsorge aber sehr zu wünschen übrig, so daß der operativ geschaffene After wieder zugewachsen ist. Nach Aussagen der Ärtze sind nun zwei weitere Operationen notwendig. Wir werden versuchen, dem kleinen Mädchen zu helfen.




Sakhaingyi - James Thawng Cin Than:   09.07.2013

James hat inzwischen begonnen, junge Bäume auf dem Gelände des neuen Brunnens zu pflanzen. Das ist eine ganz hervorragende Idee, zumal es bislang weit und breit - mit Ausnahme des Brunnenhäuschens - keine Schattenspender gibt. Zu Beginn der Regenzeit sollten die Bäume eigentlich recht gut anwachsen und gedeihen, wären da nicht die Kühe und Rinder, die sich die jungen Sprösslinge als besondere Delikatesse einverleiben. James fragt uns um Rat.

Wir erklären ihm, wie einfach es ist, einen runden Schutzzaun aus Bambuspflöcken und Maschendraht um die Pflanzen zu errichten. Zur Veranschaulichung schicken ihm ein paar selbstredende Fotos zu,





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