Bau eines Waisenhauses in Kalaymyo 2012

Waisenkinder des Beulah Children Home in Kalaymyo
  1. Vorwort

  2. Planung

  3. Realisierung

  4. 3.1.   Erwerb eines geeigneten Grundstücks
    3.2.   Antrag auf Baugenehmigung
    3.3.   Erstellung der Fundamente
    3.4.   Errichtung des Gebäude-Grundgerüsts
    3.5.   Fertigstellung des Daches
    3.6.   Ausbau der Außenwände
    3.7.   Errichtung der sanitären Anlagen
    3.8.   Aushebung des Brunnens
  5. Einweihung des Waisenhauses
  6. Wirtschaftliche Bedeutung
  7. Projektzusammenfassung
  8. Ausblick
  9. Technische Daten zum Waisenhausprojekt
  10. Statistik der Projektkosten
  11. Danksagung


1. Vorwort

Wir kennen Sonny Cung Luai, den Direktor des Waisenhauses „Beulah Children Home“ in einem kleinen Dorf bei Kalaymyo, seit gut drei Jahren. Er gehört zum Volksstamm der Chin, sein Dorf liegt unweit der Grenze Birmas zu Indien und Bangladesch.
Bei der Einweihungsfeier des ersten, vom Förderkreis Birma e.V. finanzierten Projekts zur Nutzung regenerativer Energien in Form eines Biogaskraftwerks im Frühjahr des Jahres 2009 war er uns als Dolmetscher eine unverzichtbare Hilfe. Auch im nachfolgenden Jahr 2010 hat er uns anlässlich der Eröffnungsfeier für die vom Verein finanzierte Reismühle in Kalaymyo als Übersetzer unterstützt.
Erste Überlegungen zum Bau eines neuen Waisenhauses reichen bis ins Frühjahr 2011 zurück. In dieser Zeit wurde die monatliche Miete für das „Beulah Children Home“ von 15.000 auf 20.000 Kyat (ca. 18 Euro) erhöht. Selbst für burmesische Verhältnisse ist dies in Anbetracht der räumlich sehr beengten Lebensumstände ein absoluter Wucherpreis: Die Holzhütte verfügt gerade mal über drei Zimmer, in denen neben elf Waisenkindern die Familie von Sonny Cung Luai mit zwei eigenen Kindern, ein Bruder, ein Onkel und sein Schwiegervater „hausen“.
Die gesamte Wohnfläche für 18 Personen beträgt gerade mal 25 Quadratmeter, wovon noch vier Quadratmeter für die Küche abgezogen werden müssen. Zudem ist das gemietete Grundstück sehr klein und bietet kaum genügend Platz für einen kleinen Gemüsegarten. Schon damals wurde uns klar: Sobald die finanziellen Mittel des Förderkreis Birma es zulassen, werden wir ein neues Projekt auf den Weg bringen. Im Herbst 2011 war es dann soweit.
Die Errichtung des neuen Waisenhauses für das „Beulah Children Home“ im Dorf Htat Oo Tida bei Kalaymyo stellt in der noch jungen Geschichte des Förderkreis Birma e.V. schon das dritte Großprojekt dar. Im Februar 2012 wird das Bauvorhaben abgeschlossen und im Rahmen einer stilvollen Eröffnungsfeier seiner Bestimmung übergeben.

Gerd Ransoné, im Juli 2012




2. Planung

Im Juli 2011 stellen wir den ersten, grob strukturierten Projektplan für das neue Waisenhaus auf und bitten den Direktor des Beulah Children Home, Sonny Cung Luai, möglichst detaillierte Informationen zu den finanziellen Erfordernissen für die einzelnen Teilprojekte einzuholen. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir nicht einmal, ob unsere finanziellen Mittel für die Realisierung des Projekts ausreichen werden. Auch in Birma sind die Grundstückspreise gestiegen, ebenso die Kosten für das Baumaterial wie Sand, Zement, Ziegelsteine und Holz.
Auf dem Gelände des neuen Waisenhauses soll ferner eine Schreinerwerkstatt entstehen, die Sonny Cung Luai gemeinsam mit seinem Bruder Rual Sang, einem gelernten Bauschreiner und Möbeltischler, betreiben möchte. Damit könnte das Waisenhaus nachhaltig auf eigenen Füßen stehen und seinen Unterhalt für die Zukunft ohne Fremdhilfe bestreiten.
Schon bald erhalten wir eine tabellarische Aufstellung der Werkzeuge, die sich bereits im Besitz seines Bruders befinden und derjenigen, die noch beschafft werden müssen. Für die Ausrüstung der künftigen Werkstatt sind unter anderem diverse Fräswerkzeuge, Elektrohobel, Bohrmaschinen, Sägen sowie eine ausreichende Stromversorgung zum Betrieb der Maschinen erforderlich.
In Form einer zweiten Tabelle übersendet uns Sonny die voraussichtlichen Kosten für die Baugenehmigung und die einzelnen Bauabschnitte des geplanten Waisenhauses in zweistöckiger Bauweise. Die gesamten Projektkosten werden sich nach vorsichtigen Schätzungen auf etwa 20.500.000 Kyat belaufen. Dies entspricht einem Betrag von knapp 19.500 Euro.
Im Herbst 2011 haben wir die notwendigen Mittel zusammen bekommen und transferieren das Geld, wie gewohnt, auf das Konto des „Phaung Daw Oo“ in Mandalay, von wo es die buddhistischen Mönche nach Kalaymyo überweisen. Für die Realisierung des neuen Projekts richten wir acht Teilprojekte ein.




3. Realisierung

3.1 Erwerb eines geeigneten Grundstücks

Bei der Suche nach einem Grundstück für das neue Waisenhaus ist Sonny Cung Luai sehr sorgfältig und wählerisch. Es mag zwar ein wenig sarkastisch klingen, aber die starken Niederschläge zum Ende der Regenzeit im Herbst 2011, welche zu katastrophalen Überschwemmungen weiter Landesteile in Kalaymyo und Umgebung führen, erleichtern unserem Projektleiter die Auswahl: Alle Ländereien, die noch aus dem Wasser herausragen, kommen in die engere Wahl.

Schließlich wird er in einem kleinen Dorf namens Htat Oo Tida fündig. Das Gelände - in der Skizze grün markiert - liegt zwischen seinem Wohnort Sanmyo und dem Zentrum von Kalaymyo. Es hat eine Fläche von knapp 2.500 Quadratmetern und bietet damit ausreichend Platz für das zu errichtende Waisenhaus, die geplante Schreinerwerkstatt und einen großen Gemüsegarten. Auch die Kinder können sich dort nach Lust und Laune austoben.
Die Lage des Grundstücks ist optimal: Zur Grundschule sind es nur fünf Minuten zu Fuß, das Gymnasium liegt etwa zwanzig Minuten entfernt und bis zum Zentrum von Kalaymyo sind es knapp vier Kilometer.




3.2 Antrag auf Baugenehmigung

Die Gebühren für die Baugenehmigung des geplanten Waisenhauses an die örtlichen Behörden - das Department of Development Affairs – werden 380.000 Kyat betragen. Mit der Genehmigung sind keine baulichen Auflagen verbunden. Für die Errichtung einer Schreinerwerkstatt muß jedoch eine zusätzliche Genehmigung vom zuständigen Forest Department eingeholt werden.




3.3 Erstellung der Fundamente

Sonny Cung Luai - nun auch Projektleiter für die Errichtung des Waisenhauses und der Schreinerwerkstatt - hat im Vorfeld bereits alle notwendigen Baumaterialien für die Fundamente besorgt. Dabei hat er sich nicht nur viel Zeit gelassen, sondern auch sehr viel Mühe gegeben. Schließlich ist ein Preisvergleich auch in Birma sehr lohnenswert. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, beschließt er, das Projekt noch vor Erteilung der Baugenehmigung Ende 2011 zu starten.
Neben seinem Bruder und seinem Schwager gibt es zahlreiche Freunde aus seinem Dorf Sanmyo, die mit Begeisterung beim Ausheben der Fundamente helfen.

Am 27. Dezember 2011 erfolgt die feierliche Grundsteinlegung durch den Pastor des Dorfes Sanmyo. Die gesamte Familie von Sonny Cung Luai und alle Waisenkinder des „Beulah Children Home“ nehmen an der Zeremonie teil. In ihren Gesichtern läßt sich die freudige Erwartung auf bessere Lebensverhältnisse geradezu ablesen.

Schon einige Tage später sind die Fundamente gelegt und die unteren Sockel für das Gebäude gemauert.

Die im gemauerten Gebäudesockel frei gelassenen Aussparungen werden später mit Beton ausgegossen und dienen zur Aufnahme der senkrechten Bauträger.




3.4 Errichtung des Gebäude-Grundgerüsts

Beim Ausgießen der ursprünglich frei gelassenen Aussparungen mit Beton werden stabile Vorrichtungen aus Stahl eingelassen, um an diesen die senkrechten Bauträger mit dem Sockel verschrauben zu können.
Beim Aufrichten der tragenden Holzbalken ist nicht nur viel Kraft und Geschicklichkeit gefragt. Aus Sicherheitsgründen werden die schweren Masten dabei von drei Seiten mit massiven Bambusstangen abgestützt.

Schon bald steht das imposante Gerüst des Gebäudes auf zwölf vertikalen Balken aus Teakholz, die fest mit den Fundamenten verbunden sind. Stolz posiert Bauherr Sonny Cung Luai hoch oben in der hölzernen Dachkonstruktion.




3.5 Fertigstellung des Daches

Die für Birma charakteristische, ein wenig verspielte Dachkonstruktion des neuen Waisenhauses ist bereits nach knapp einer Woche komplett mit wetterfesten, verzinkten Blechen abgedeckt.

Schon hier werden die Unterschiede beim Hausbaus in Birma im Vergleich zu unserem Kulturkreis recht deutlich. Während die Errichtung des Daches bei uns den Abschluß des Rohbaus kennzeichnet, wird es in Birma bereits nach Fertigstellung des Gebäude-Grundgerüsts aufgesetzt und die Außenwände erst nachfolgend errichtet.




3.6 Ausbau der Außenwände

Die Außenwände der Schreinerwerkstatt im Parterre sind bereits zwei Wochen nach dem Richtfest fertiggestellt und sollen noch in der gleichen Woche verputzt werden. Auch die Außenwände im ersten Stock des Gebäudes stehen kurz vor ihrer Vollendung. Jetzt fehlen nur noch die Fenster, die Türen und der Innenausbau.
Der Waisenhausdirektor und Projektleiter Sonny Cung Luai weiß genau, daß wir in ungefähr drei bis vier Wochen persönlich zur Einweihungsfeier für das Waisenhaus nach Kalaymyo kommen werden. Daher laufen die Aktivitäten an der Großbaustelle auf Hochtouren. Mit vereinten Kräften werden die Ziegelwände verputzt.

Mit den schönen Fotos erreicht uns leider auch eine traurige Nachricht: Die Frau von Sonnys Bruder - dem Bauschreiner - ist schwer erkrankt und liegt im Koma. Ihr Dorf liegt etwa 200 Meilen von Kalaymyo entfernt. Selbstverständlich hat er die Baustelle umgehend verlassen und sich auf die lange Reise zu seiner Frau begeben.
Wir hoffen natürlich, daß sie so schnell wie möglich wieder gesund wird, befürchten aber, daß Sonnys Bruder an der "Opening Ceremony" nicht teilnehmen können wird.




3.7 Errichtung der sanitären Anlagen

Erstaunlicherweise gibt es schon eine kleine Bretterbude als Toilettenhäuschen auf dem Gelände des neuen Waisenhauses. Dieses wurde vermutlich vor vielen Jahren von Ackerbauern errichtet, welche seinerzeit das Land bestellt haben. So ist es bereits in die Jahre gekommen und nur noch als Provisorium zu betrachten.

Die Errichtung neuer sanitärer Anlagen ist auch Bestandteil unserer Projektplanung und wird in Form einer Doppeltoilette erst nach der Einweihungsfeier in Angriff genommen werden.




3.8 Aushebung des Brunnens

Der am Rande des Geländes vorhandene Brunnen besteht aus einem geschlossenen System mit handbetriebener Wasserpumpe. Zur Zeit liefert er zwar noch ausreichend Wasser für das Waisenhaus, wird jedoch nach Aussage der bisherigen Grundstückseigentümer im Laufe der Trockenzeit versiegen.

In Kenntnis dieser Sachlage haben wir bereits in der Planungsphase finanzielle Mittel für die Aushebung eines neuen Brunnens vorgesehen. Die Arbeiten dazu werden kurz nach unserer Abreise beginnen.




4. Einweihung

Unsere Erfahrungen aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, daß die Flüge von Yangon nach Kalaymyo zuweilen recht unzuverlässig sind. Manchmal enden sie bereits in Mandalay oder fallen sogar ganz aus. Daher bemühen wir uns unmittelbar nach unserer Ankunft in Birma um die Flugtickets und haben Glück: Schon zwei Tage später landen wir in Kalaymyo. Wir arrangieren sogleich ein Treffen mit unseren „alten Bekannten“ – dem Waisenhausdirektor Robert Ni Hre, seinem Bruder James Thawng Cin Than und unserem frisch gebackenen Projektleiter Sonny Cung Luai – im Restaurant „Thein Shwe“ der Halbchinesin Tin Tin, welches für uns schon fast zur Stammkneipe geworden ist. Wir haben uns seit einem Jahr nicht mehr gesehen, und so gibt es natürlich genügend Gesprächsstoff, obwohl wir uns in den vergangenen zwölf Monaten regelmäßig über E-Mails ausgetauscht haben.

Gemeinsam mit Sonny Cung Luai legen wir den Termin für die feierliche Eröffnungszeremonie auf Samstag den 25. Februar 2012 fest. So bleiben ihm und seiner Frau Biak Rem Mawi noch drei Tage Zeit, um alle Vorbereitungen zu treffen, Freunde und Bekannte einzuladen und das Programm für die Feier aufzustellen.
Sonny besteht darauf, auch uns eine offizielle Einladung für die Eröffnungsfeier zu überreichen und stellt sie auf unsere birmesischen Namen Ko Gyi Kyaw (Gerd) und Ma Yadana (Brigitte) aus. Schon im Vorfeld kündigen wir an, daß wir uns im Rahmen des Zeitplans mit kurzen Vorträgen an die geladenen Gäste wenden werden, um sie über die großen Gefahren der zunehmenden Umweltverschmutzung aufzuklären.

Zwei Tage vor der Eröffnungsfeier besichtigen wir zum ersten Mal das neue Gelände des Beulah Children Home und sind einfach begeistert von der luftigen Architektur des zweistöckigen Hauptgebäudes. Das obere Stockwerk wird der Wohnraum für die Waisenkinder und für Sonnys Familie.
Die groben Arbeiten der Schreinerwerkstatt werden später in einem kleineren Nebengebäude ausgeführt. Dort ist nicht nur die Kreissäge untergebracht, sondern auch die Maschinen zur Stromerzeugung. Die Endfertigung der Möbel wird dann im Parterre des Hauptgebäudes stattfinden.
Nach unserer Besichtigung gibt uns Sonny ergänzende Informationen über den Ablauf des Projekts. Anschließend zeigt er uns stolz seine beeindruckende Sammlung von Quittungen über die Ausgaben für das Waisenhausprojekt. Wir picken uns ein paar Quittungen über größere Geldbeträge heraus, die später in einem Internetcafé in Kalaymyo eingescannt werden sollen.

Sonny zeigt uns auch schon das neue Schild des Beulah Children Home mit den Namen der beiden größten Sponsoren, welches am Tag der Einweihung am Hauptgebäude angebracht werden soll.

Am Samstag, dem 25. Februar 2012 sind wir erst eine halbe Stunde vor Beginn der Feierlichkeiten am Waisenhaus. Mit Helfen ist nicht mehr viel drin, zumal schon viele Gäste da sind: Verwandte, Freunde, Mitglieder der Kirchengemeinde, alte Nachbarn aus dem christlichen Dorf Sanmyo und neue Nachbarn aus dem buddhistischen Htat Oo Tida.

Die kulinarischen Vorbereitungen für das festliche Essen sind bereits in vollem Gange. Mit Sonny besprechen wir kurz den Ablauf, und schon geht es los. Alle blicken erwartungsvoll auf uns. Zwei Engelchen halten das rosa Band hoch, ein drittes hält das Tablett mit der Schere.

Es wird eine schöne und feierliche, gleichzeitig aber auch unverkrampfte Zeremonie mit Ansprachen, mit Singen im Chor und im Duett und harmonischem Gitarrenspiel.

Auch unsere Reden, die Sonny fleißig in die Sprache der Chin übersetzt, kommen gut an. Es gibt reichlich zu Essen für die Gäste, ein bescheidenes Mahl zwar, aber äußerst lecker.




5. Wirtschaftliche Bedeutung

Mit dem Abschluß unseres Projekts für das „Beulah Children Home“ von Sonny Cung Luai hat sich die wirtschaftliche Lage des Waisenhauses grundlegend verändert. Der neu errichteten Schreinerwerkstatt, die Sonny inzwischen gemeinsam mit seinem älteren Bruder Rual Sang - einem erfahrenen Bauschreiner und Möbeltischler - betreibt, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Außerdem braucht der Waisenhausdirektor ab sofort keine Miete mehr zu bezahlen, was seiner Familie und allen Heimkindern zugute kommt.

Das weitläufige Grundstück bietet ferner die Möglichkeit, einen großen Garten anzulegen und durch den Anbau und Verkauf von frischem Gemüse zusätzliches Geld für das Waisenhaus zu erwerben. Sonny plant auch schon den Ausbau eines kleinen Fischteichs auf dem neuen Waisenhausgelände. Da die Stromversorgung der Schreinerwerkstatt bei Bedarf auch „privat“ genutzt wird, haben die Waisenkinder abends ausreichend Licht, um für die Schule zu lernen.




6. Projektzusammenfassung

Unter dem Motto der „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist unser Projekt für das „Beulah Children Home“ in Kalaymyo von spürbarer Nachhaltigkeit geprägt. So steht das Waisenhaus heute wirtschaftlich auf eigenen Füßen und bedarf keiner fremden Hilfe mehr.

Im Waisenhausdirektor Sonny Cung Luai haben wir einen absolut zuverlässigen und vertrauenswürdigen Projektleiter gefunden, der seine Aufgaben nicht nur sehr sorgfältig geplant, sondern auch perfekt in die Tat umgesetzt hat.
Die vielschichtigen Probleme, die während der Realisierungsphase auftraten, waren für ihn absolutes Neuland, angefangen beim Umgang mit den Behörden, der Materialbeschaffung und letztendlich der handwerklichen Umsetzung. Wir sind mit ihm sehr zufrieden und danken ihm für den verantwortungsvollen und gewissenhaften Umgang mit den ihm zur Verfügung gestellten Spendengeldern unseres Vereins, des Förderkreis Birma e.V., über die er akribisch Buch geführt hat.




7. Ausblick

Die finanzielle Unterstützung des Waisenhauses „Beulah Children Home“ durch den Förderkreis Birma e.V. ist mit dem erfolgreichen Abschluß des Projekts beendet. Wir werden dem Waisenhausdirektor Sonny Cung Luai jedoch weiterhin in allen Fragen beratend zur Seite stehen. So haben wir ihm beispielsweise schon neue Ideen zur Fertigung bequemer Sitzmöbel aus Bambus vermittelt, die er dankbar angenommen hat. Wir konnten ihm sogar einen „Prototypen“ zum Nachbau beschaffen.

Inzwischen ist die Produktion in der neuen Schreinerwerkstatt bereits angelaufen.




8. Technische Daten zum Waisenhausprojekt

Daten und Maße zum Waisenhausprojekt „Beulah Children Home“ mit angegliederter Schreinerwerkstatt in Kalaymyo.

Grundstück Waisenhaus  
Gesamtfläche ca. 2.490 m2 Wohnfläche ca. 85 m2
Entdernung zum Zentrum Kalay ca. 4 Kilometer Anzahl Zimmer 4
Entfernung zur Primary School ca. 5 Min.zu Fuß  /FONT>  
Entfernung zur Highschool ca. 20 Min. zu Fuß Anzahl Waisenkinder 11
 
Gebäude   Schreinerwerkstatt  
Hauptgebäude - Grundfläche ca. 85 m2 Grundfläche ca. 85 m2
- Länge 11,00 m Anzahl elektrischer Maschinen 5
- Breite 7,60 m Anzahl neuer Arbeitsplätze 2
Höhe 4,90 m 1. Arbeiter (Schreinermeister) Rual Sang
Anzahl Stockwerke 2 2. Arbeiter Cung Luai

Rual Sang, der Bruder von Sonny Cung Luai, ist gelernter Bauschreiner und Möbeltischler mit langjähriger Berufserfahrung.


Technische Daten zur Stromversorgung

Verbrennungsmotor Generator  
Typ Diesel-Motor Typ 1-Phasen Synchron-Generator
Modell ZH 1100 A Jiang Dong Modell STC-5 (RTOU China)
Hersteller Jianghuai Engine Works Hersteller Fuzhou / Xiamen China
  Yancheng Jiangsu China    
 
Bauart 2-Zylinder Reihenmotor Nennspannung 230/115 Volt
    Stromstärke 21,7/43,4 Ampere
    Frequenz 50/60 Hertz
    Leistungsfaktor (cos Phi) 1,0
 
Leistung 13,25 kW (18 PS) Max. Leistung 5 kW
Nenndrehzahl 2200 Upm Nenndrehzahl 1500/1800 Upm
Gewicht 155 Kg Gewicht 120 Kg
Baujahr 2010 Baujahr 2011
Preis 450.000 Kyat (ca. 430 Euro) Preis 257.000 Kyat (ca. 246 Euro)

Die Stromversorgung der Schreinerwerkstatt kann bei Bedarf auch in den Wohnräumen des Waisenhauses genutzt werden.



9. Statistik der Projektkosten

Die Projektkosten für den Bau des Waisenhauses und der Schreinerwerkstatt inklusive Grundstück und Baugenehmigung belaufen sich auf 16.035.400 Kyat. Dies entspricht einem Betrag von etwa 15.327 Euro.

Dazu kommen noch 2.102.600 Kyat für die Erstausrüstung der Werkstatt mit Maschinen, Werkzeug und Holz, 707.000 Kyat für die Energieversorgung der Werkstatt und des Waisenhauses (Dieselmotor und Generator) sowie 1.500.000 Kyat für die Außentoiletten und den Bau eines Brunnens. Damit liegen die gesamten Projektkosten bei exakt 19.446,48 Euro.




10. Danksagung

Dieses Projekt wurde insbesondere durch private Spenden finanziert. Wir bedanken uns bei allen Sponsoren des „Förderkreis Birma e.V.“ von ganzem Herzen und hoffen, daß Sie durch diesen Bericht motiviert sind, auch künftig in ihrer Hilfsbereitschaft nicht nachzulassen.


Aachen, im Juli 2012

Brigitte Ransoné (Vorsitzende Förderkreis Birma e.V.)
und Gerd Ransoné (stellvertretender Vorsitzender)





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