Unsere Vereinsaktivitäten im Jahre 2012

Unser Student Aung Tun Lay mit Familie beim Studienabschluss in Mandalay
  1. Vorwort

  2. Zusammenfassung

  3. Kalaymyo - Trinity Orphanage

  4. 3.1.   Verteilung von Brillen
    3.2.   Bilanz abgeschlossener Projekte
  5. Sakhaingyi - James Thawng Cin Than
  6. Kalaymyo - Beulah Children Home
  7. Kalaymyo - Hakha Diözese
  8. Kalaymyo - Ni Kio
  9. Mandalay - Phaung Daw Oo
  10. Mandalay - Trishaw-Driver Tun Tun
  11. Hsipaw - Ko Zaw Tun

  12. 10.1.   Wasserbüffel
    10.2.   Umweltprojekt und Micro Credit
  13. Kyaing Tong - Zetamin Klinik
  14. Yangon - San Lin
  15. Neue Kontakte
  16. Statistik der verteilten Spenden
  17. Werbung in eigener Sache
  18. Danksagung


1. Vorwort

Seit dem Rückzug des knapp 20 Jahre lang herrschenden Generals Than Shwe im Februar 2011 befindet sich Birma in einem kaum vorstellbaren Umbruch, politisch wie wirtschaftlich. Die neue Regierung unter dem ehemaligen Premierminister Thein Sein versucht, dem Land ein besseres Image zu verpassen. Die ehemalige „Union of Myanmar“ nennt sich heute „Republic of the Union of Myanmar“, die langjährige Nationalflagge wurde durch „gelb-grün-rot mit weißem Stern“ ersetzt. Der Bürgerkrieg zwischen der Zentralregierung und dem Volksstamm der Karen wird nach 63 Jahren im Januar 2012 beendet, Friedensverhandlungen mit den Kachin im Norden Birmas haben begonnen und die Kampfhandlungen im nördlichen Shan-Gebiet sind de facto eingestellt.
Die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi kann sich frei im Land bewegen, wieder am politischen Leben teilhaben und bei den Nachwahlen am 01. April 2012 mit einem erdrutschartigen Sieg (95%) dreiundvierzig der fünfundvierzig vakanten Sitze erringen, davon siebenunddreißig im Unterhaus des birmanischen Parlaments in Naypyidaw.
Die Geldwechsler auf dem Schwarzmarkt machen kaum noch Geschäfte, seit die ersten offiziellen Wechselstuben im September des vergangenen Jahres eröffnet wurden.
Jahrzehntelang von außen bestehende Handelsembargos werden allmählich gelockert, die bislang moderate Tourismusbranche beginnt zu florieren.
Viele Burmesen sind von der neuen Situation überfordert, müssen sich erst einmal daran gewöhnen, den Namen ihrer „Lady“ - Aung San Suu Kyi - in normaler Lautstärke aussprechen zu dürfen, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Am 03. März 2012 haben wir das Glück, die charismatische Aung San Suu Kyi während einer politischen Veranstaltung in Mandalay gemeinsam mit Tausenden ihrer Anhänger zu erleben.
Für unseren Verein wird sich wohl vorerst nichts ändern, zumal uns die örtlichen Behörden bislang noch nie behindert haben. Nachdem die Aktivitäten unseres Vereins im vergangenen Jahr vornehmlich auf die Bereiche Bildung, Gesundheit und Existenzsicherung ausgerichtet waren, konnten wir nun ein weiteres Großprojekt in Angriff nehmen: den Bau eines Waisenhauses und einer Schreinerwerkstatt in Kalaymyo.
Wie im Vorjahr hat uns die Fluggesellschaft Thai Airways International das „zulässige Gesamtgewicht“ unseres Gepäcks für den Hinflug kostenlos auf über 75 Kg aufgestockt. Auch Air Bagan war in diesem Jahr bereit, unser Übergewicht auf Inlandsflügen kostenlos zu transportieren.
In der vorliegenden Broschüre haben wir den größten Teil unserer diesjährigen Hilfsaktionen knapp dokumentiert, um einerseits zu beschreiben, wohin die Spendengelder des „Förderkreis Birma e.V. “ geflossen sind und was wir mit den Sachspenden gemacht haben, andererseits aber auch, um über das recht breite Spektrum der von uns geförderten Projekte zu informieren.

Gerd Ransoné, im August 2012




2. Zusammenfassung

Schon zwei Tage nach unserer Ankunft in Yangon fliegen wir über Mandalay nach Kalaymyo, um an der Einweihungsfeier für unser neues Großprojekt, dem Waisenhaus „Beulah Children Home“ mit angeschlossener Schreinerwerkstatt, teilzunehmen. Hier erkundigen wir uns auch über den aktuellen Stand der bereits abgeschlossenen Projekte am Trinity Orphanage von U Ni Hre. Wir treffen erneut Bischof Felix und Father John Khup und besuchen Niang Bawi Len, die ihren Lebensunterhalt inzwischen an ihrem Webstuhl und der Nähmaschine bestreitet.
In Mandalay treffen wir einige der von uns geförderten Studenten im Phaung Daw Oo und plaudern mit ihnen über ihre Zukunft. Hier treffen wir auch Ko Zaw Tun, der uns über die Projekte in Hsipaw berichtet.
Später fliegen wir ins Goldene Dreieck nach Kyaing Tong. Dort besuchen wir die Großbaustelle der neuen „Sedana Clinic“ von Dr. Zin Ma Oo, der Chefärztin der bisherigen „Zetamin Clinic“, und übergeben ihr zahlreiche, hochwertige Medikamente.




3. Kalaymyo - Trinity Orphanage

3.1 Verteilung von Brillen

Es ist schon fast zur Tradition geworden: Anläßlich unseres Besuchs im kleinen Dorf Sanmyo westlich von Kalaymyo gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Art Volksfest auf dem Gelände des Waisenhauses „Trinity Orphanage“, um vornehmlich die älteren Dorfbewohner mit einer geeigneten Sehhilfe auszustatten.

Diesmal haben wir 107 optische Brillen im Gepäck. Am Ende kehren zahlreiche Menschen überglücklich nach Hause zurück.




3.2 Bilanz abgeschlossener Projekte

Das Kraftwerk

Die „Rice Husk Power Station“, in 2009 das erste Biogas-Kraftwerk weit und breit, ist seit nunmehr drei Jahren in Betrieb. Heute gibt es in Kalaymyo und Umgebung bereits mehr als zwölf Kraftwerke dieser Art.

Die Anlage auf dem Gelände des „Trinity Orphanage“ ist nach wie vor recht gepflegt. Die Einkünfte aus dem Stromverkauf sind im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben. Der Erlös ist hingegen mit knapp 2.700.000 Kyat (ca. 2.300 Euro) um fast ein Drittel zurückgegangen. Grund: Der Sechszylinder Motor brachte nicht mehr seine volle Leistung und musste überholt werden.


Die Reismühle

Im zweiten Betriebsjahr der Reismühle wurden 2.800 Säcke Reis verarbeitet, das sind 175 Säcke mehr als im Vorjahr. Bei einem Gesamtgewicht von knapp 85.000 Kg entspricht dies einer Steigerung von etwa 6,7 Prozent. Die Einnahmen konnten sogar um 18,2 Prozent gesteigert werden.

Dem gegenüber erhöhten sich die Ausgaben für gestiegene Lohnkosten, allgemeine Betriebsmittel und unerwartete Reparaturen um fast 33,5 Prozent, so daß der reine Erlös für das Trinity Orphanage nur einen Anstieg um etwa 0,5 Prozent zu verzeichnen hat. Damit hat der Betrieb der Reismühle im Jahre 2011 einen Betrag von knapp 910.000 Kyat (etwa 790 Euro) erwirtschaftet.


Das Telefon

Der Reingewinn aus dem Betrieb des öffentlichen Telefons hat sich in 2011 annähernd verdoppelt. Dies spült weitere 310.000 Kyat (270 Euro) in die Kasse des Waisenhauses.

Der Anstieg liegt zum Teil darin begründet, daß der Wohlstand im Dorf gestiegen ist. So können die Bewohner jetzt häufiger telefonieren. Im Jahre 2011 sind zudem vermehrt junge Männer für eine begrenzte Zeit nach Singapur bzw. Malaysia ausgewandert, um dort eine Arbeit zu finden und ihre Familien finanziell unterstützen zu können. So nimmt auch die Zahl der Auslandsgespräche von deren Eltern zu. Ferner wurden einige der ausstehenden Rechnungen vom Vorjahr erst zu Beginn des neuen Jahres beglichen.


Der Fischteich

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Profit aus dem Fischteich um fast 23 Prozent zurückgegangen und liegt im Jahre 2011 bei gerade mal 74,- Euro. Dies liegt insbesondere am Preisverfall: Im letzten Jahr lag der Kilopreis bei 3.500 Kyat, in 2011 konnten nur noch 2.500 Kyat pro Kilo Fisch erzielt werden.

Zum Ende der Trockenzeit verfügte der Fischteich nur noch über wenig Wasser und mußte vollständig gesäubert werden. Alle Waisenkinder halfen mit, die im niedrigen Wasser wachsenden Pflanzen zu entfernen.

Wir haben Ni Hre in diesem Jahr einen Laptop mitgebracht und hoffen, daß er die Wirtschaftlichkeitsdiagramme für die kommenden Geschäftsjahre nun selbst erstellen kann.




4. Sakhaingyi – James Thawng Cin Than

Ni Hre’s jüngerer Bruder – James Thawng Cin Than – arbeitet zwar an dessen Biogas-Kraftwerk, wohnt aber mit seiner Familie im Dorf Sakhaingyi, etwa zwanzig Kilometer nördlich von Kalaymyo.

Vor zwei Jahren haben wir das defekte Dach seiner bescheidenen Unterkunft erneuert. In diesem Jahr gibt es ein neues Problem: Der Dorfbrunnen versiegt im Laufe der Trockenzeit. James fragt an, ob wir einen neuen Brunnen bauen können und lädt uns zu einem Besuch in sein Dorf ein, damit wir uns vor Ort ein persönliches Bild von der misslichen Lage machen können. Ni Hre und Sonny Cung Luai begleiten uns.

Wir können seinem Plan zwar nicht spontan zusagen, geben im aber den wertvollen Ratschlag, eine Brunnenabdeckung zum Schutz vor Verschmutzung und unnötiger Verdunstung des Grundwassers während der Trockenzeit zu installieren. Diese würde gleichzeitig die Gefahr mindern, daß spielende Kinder in den Brunnen fallen können, zumal die Brunneneinfassung durch die geringe Höhe von knapp einem Meter ein großes Gefahrenpotential in sich birgt.

Vielleicht ergibt sich daraus ja mal in absehbarer Zeit ein neues Projekt ...



5. Kalaymyo - Beulah Children Home

Das neue Waisenhaus ist rechtzeitig fertig geworden. Es steht auf einem wunderschönen Grundstück mit eigenem Fischteich sowie vielen Pflanzen und Obstbäumen, darunter Ananas, Bananen, Mango und Pflaumen.

Waisenhausdirektor Cung Luai betreut mit seiner Frau Biak Rem Mawi zur Zeit elf Waisen und hat mit der knapp fünf Jahre alten Holly und dem dreieinhalb Jahre alten Joel zwei eigene Kinder. Sein Bruder Rual Sang wird in Kürze mit seiner Frau und fünf Kindern aus seinem etwa 300 Kilometer entfernten Heimatdorf im Chin State nach hier übersiedeln.


Am Tag der Einweihung laufen die Vorbereitungen für das Festessen auf Hochtouren. Zwei kleine Mädchen halten das durchzuschneidende Band, ein drittes die Schere.
Nach der symbolischen Durchtrennung des Bandes wird gebetet und gesungen, werden Reden gehalten und viel geplaudert. Das Festmahl bildet den krönenden Abschluss.

Eine ausführliche Dokumentation des Projektverlaufs sowie Details zu den einzelnen Bauphasen finden Sie unter „Bau eines Waisenhauses in Kalaymyo 2012“.




6. Kalaymyo - Hakha Diözese

Nach dem Besuch bei Bischof Felix, der uns zum Essen einlädt, kommt Father John dazu und bringt uns zu seiner Mutter und Niang Bawi Len. Beiden geht es prima. Das junge Mädchen kommt nun auch gut mit der Nähmaschine zurecht und kann ihre gewebten Stoffe zu Kleidungsstücken verarbeiten.

Schließlich fahren wir mit Fr. John zu seiner neuen Kirche Sankt Teresa in Tahan. Das Gelände ist groß und Brigitte wiederholt ihre Vorjahresidee: Ein Direktverkauf an „Tagen der offenen Tür“ bringt mehr Profit ein als der Verkauf über Zwischenhändler.




7. Kalaymyo - Ni Kio

Wir besuchen das Heim von Joshua Ni Kio, der neben der Betreuung von zwölf Waisen und drei eigenen Kindern auch eine Hähnchenfarm betreibt. Er erklärt uns, daß die Leute nur in der warmen Jahreszeit Hähnchenfleisch essen, in der kalten Jahreszeit hingegen vermehrt Schweinefleisch.

Da er bereits auf eigenen Füßen steht, lehnen wir seine Anfrage nach Unterstützung ab, geben ihm aber den Ratschlag, auch Legehennen zu halten. So kann er die längere Durststrecke leicht mit dem Verkauf von Hühnereiern überbrücken.




8. Mandalay - Phaung Daw Oo

Der Sponsor unseres jüngsten Medizinstudenten Maung Soe Wai Yan aus Yangon hat seine Unterstützung leider schon nach Ablauf eines Jahres eingestellt, weil seine Erwartungen einer regelmäßigen Kommunikation nicht erfüllt wurden. Zum Glück konnte ein neuer Mäzen gefunden werden, so daß er sein Studium fortsetzen kann.
Ma Yi Lay Nwe hat gerade ihr fünftes Jahr an der Medizinischen Fakultät der Universität Mandalay begonnen. Im Herbst 2011 haben wir einen Dell-Laptop für denjenigen Studenten versprochen, der uns in regelmäßigen Abständen die interessantesten und ausführlichsten Berichte über das alltägliche Studentenleben übersendet. Ma Yi Lay Nwe hat dabei überragend gewonnen und ist mit ihrem Computer sehr zufrieden.

Aung Tun Lay hat sein Studium der Chemie abgeschlossen und zur Belohnung von uns ebenfalls einen Dell-Laptop erhalten. Auf der Suche nach einem geeigneten Job konnten wir ihm wertvolle Ratschläge mit auf den Weg geben, die er auch dankbar angenommen hat.

Seit kurzem arbeitet er in einem recht zukunftsträchtigen „Green Energy Project“ in Taunggyi, der Hauptstadt des Nördlichen Shan State. Dort wird er nach all der Theorie während seines Studiums zum ersten Mal praktische Erfahrungen sammeln können.

Ende 2011 hat auch Nay Win Myint sein Studium der Geschichte beendet. Während seines Studiums haben wir ihm den Besuch eines Intensiv-Computerkurses ermöglicht, der ihm auf seinem weiteren Lebensweg sehr hilfreich sein wird.

Unsere ehemalige Englischstudentin Tin Ma Ma Htet arbeitet schon seit einiger Zeit als „Teacher Trainer“ in Birma und ist sehr ambitioniert.
Im Frühjahr 2012 erhält sie eine Einladung vom australischen Kultusministerium, um Erfahrungen im Bereich des Bildungssektors auszutauschen. Stolz übersendet sie uns ihr Teilnahmezertifikat.

Auch die anderen Studenten sind recht fleissig und kommen gut voran. Wir sind mit ihnen sehr zufrieden.




9. Mandalay - Trishaw-Driver Tun Tun

Sehr traurige Neuigkeiten aus Mandalay: Tun Tun, ein 32 Jahre alter Trishaw Driver, den wir seit vielen Jahren kennen und ihn bereits Jahre vor der Gründung unseres Vereins auf vielfältige Weise unterstützt und gefördert haben, leidet seit November 2011 unter einem aggressiven Hirntumor. Dieser drückt schon so sehr auf den Sehnerv des linken Auges, daß er bereits halbseitig erblindet ist. Ärzte in Mandalay hatten ihm geraten, sich von Spezialisten in Bangkok untersuchen und behandeln zu lassen. Das war ihm mit seinen bescheidenen finanziellen Mitteln jedoch nicht möglich.

Als wir uns Ende Februar – Anfang März in Mandalay aufhalten, ist Tun Tun bereits sehr geschwächt. Er ist bettlägerig und kann kaum noch sprechen. Schon bald erfahren wir, daß der Tumor in seinem Gehirn inoperabel ist. Ihm wird kein Arzt mehr helfen können. Wir sind bestürzt und zutiefst schockiert.




10. Hsipaw - Ko Zaw Tun

10.1 Wasserbüffel

Böse Nachrichten erreichen uns auch aus Hsipaw: In Zentralbirma und im nördlichen Shan-State wütet die Maul- und Klauenseuche, eine Krankheit, die auch für Wasserbüffel lebensbedrohlich ist.

Seng Sai und sein Bruder haben unsere Wasserbüffel seit Jahren sehr liebevoll betreut und gepflegt, sehen sich jetzt aber gezwungen, die fünf Tiere Aik Lum, Ae Mauk und Ae Mae sowie deren Kinder Ae Moon (das Mondmädchen) und Mauk Kham (die Goldene Blume) so schnell wie möglich zu verkaufen, damit sie aus der Gefahrenzone gebracht werden können. Nur so werden sie eine Chance haben, zu überleben. Wir hoffen, daß es noch nicht zu spät ist.

Vor einigen Jahren haben wir Seng Sai als einfachen, ehrlichen Reisbauern kennen gelernt. In dieser für ihn persönlich sehr schwierigen Situation zeigt er seine ganze Größe: Er spendet den Erlös vom Verkauf der Büffel in Höhe von 1.500 US$ zur weiteren Verwendung an den Förderkreis Birma. Wir sind überrascht und tief beeindruckt, einfach sprachlos und zu Tränen gerührt.




10.2 Umweltprojekt und Micro Credit

Nach unseren ersten Kontakten zum Oberbürgermeister von Hsipaw im vergangenen Jahr sind inzwischen zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Umweltbedingungen in die Tat umgesetzt worden. Gleichzeitig ist zwischen den früheren Kontrahenten Thein Htike Oo und Ko Zaw Tun ein freundschaftliches Verhältnis entstanden.

Auch unser Micro Credit Projekt läuft nach wie vor sehr erfolgreich und effektiv. Ko Zaw Tun beschafft sich damit ausreichende Mittel, um das Schulgeld für annähernd vierzig bedürftige Schulkinder zu bezahlen.




11. Kyaing Tong - Zetamin Klinik

Nach unserer Ankunft in Kyaing Tong treffen wir Dr. Zin Ma Oo und ihren Mann Dr. Myint Zaw von der Zetamin Klinik Die Begrüßung ist laut und freudig. Abends gehen wir mit den beiden und ihrer Tochter Gweneth, dem Zahnarzt Dr. Gino und dessen Tocher Su Su sowie dem Arzt Mai Te am Seeufer essen. Dabei vereinbaren wir gleich einen Termin zur Besichtigung der Großbaustelle der neuen Sedana Klinik, was etwa „Hilfe aus Barmherzigkeit“ bedeutet.

Am nächsten Morgen sind wir tief beeindruckt. Mi Mi scheint alles bis ins kleinste Detail durchdacht zu haben. Das Gebäude besteht aus zwei Blöcken mit je drei Ebenen. Der kleinere Block ist für ambulante Eingriffe, der größere hingegen für stationäre Behandlungen vorgesehen. Die beiden ersten Stockwerke sind fast identisch, abgesehen von einem großen Saal mit Veranda im zweiten Stock. Mi Mi plant, dort eine Art Cafeteria einzurichten.

Für einige der Arbeiten musste sie auf Handwerker mit Auslandserfahrung (zum Beispiel in Thailand) zurückgreifen, um die notwendige Sorgfalt und Qualität bei der Ausführung zu gewährleisten. In der Klinik wird es den ersten Aufzug in Kyaing Tong geben. Alle Zimmer und Flure sind gefliest, damit sie leichter gereinigt und desinfiziert werden können.

Ihr neues Wohnhaus steht direkt gegenüber der Klinik. Es ist ein großzügiges Haus, aber nicht zu protzig. Mit seiner interessanten Dachkonstruktion sieht es ein bisschen wie eine Finca aus.
Für die Neue Klinik haben wir natürlich zahlreiche Medikamente im Gepäck, darunter etwa 10.000 Paracetamol Tabletten, die uns Oliver E Soe Thet, der Präsident der Myanmar Chefs Association MCA, spontan in Yangon zur Verfügung gestellt hat. Auch Dr. Gyi No (Gino), ein langjähriger Bekannter und Zahnarzt in Kyaing Tong, geht in diesem Jahr nicht leer aus: Wir übergeben ihm zahlreiche Dental-Instrumente als Spende aus Deutschland.

Bis zur Eröffnungsfeier der Sedana Klinik am letzten Wochenende im März 2012 gibt es noch viel zu tun. Sogar die Schwester von Dr. Zin Ma Oo wird aus den USA anreisen. Wir bedauern es sehr, daß wir aus Zeitgründen nicht an der feierlichen Zeremonie werden teilnehmen können.




12. Yangon - San Lin

Nach unserer Rückkehr aus Kyaing Tong besuchen wir San Lin in Yangon. Vor dem Wirbelsturm Nargis im Jahre 2008 arbeitete er als Angestellter im Beautyland Hotel I, unserem alljährlichen Anlaufpunkt. Nachdem sein Häuschen durch die Katastrophe zerstört wurde, schloß er sich spontan einer NGO an und arbeitete mehrere Monate im besonders betroffenen Delta des Ayeyarwady. Heute verdient er seinen Unterhalt in einem kleinen Hotel nahe der Sule Pagode.

Im April 2012 wird er zum ersten Mal Vater. Zu seiner Freude bringen wir ihm einen großen Reisekoffer voller Kinderkleidung.




13. Neue Kontakte

Bischof Stylo von Hpa An mit seiner Frau Bischof Justin von Hpa An Anläßlich unseres diesjährigen Abstechers nach Hpa An, der Hauptstadt des Karen State, suchen wir Bischof Stylo und seine Frau von der Anglikanischen Kirche sowie Bischof Justin von der Römisch Katholischen Kirche auf.
Father Norman, der noch immer am Sitz von Bischof Peter Louis Cacü in Kyaing Tong tätig ist, gab uns persönliche Grüße und Segenswünsche für Bischof Justin mit auf den Weg.

Filmregisseur Aung Lwin in Yangon Zwei Tage vor unserem Rückflug lernen wir den berühmten Filmregisseur Aung Lwin kennen, der auch Direktor des sehenswerten „Myanmar Motion Picture Museums“ in Yangon ist. Er zeigt großes Interesse an den Aktivitäten unseres Vereins, erzählt uns von seinen vielfältigen Beziehungen und bietet uns seine Hilfe im Umgang mit den burmesischen Behörden an. Der Versuch, ein Treffen mit seinem besten Freund, dem im ganzen Land bekannten Comedian Zarganar, zu arrangieren, scheitert aus Zeitgründen. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr.
Die neuen Kontakte können sehr hilfreich für uns sein.




14. Statistik der verteilten Geld- und Sachspenden

Seit unserem letzten Besuch im Frühjahr 2011 haben wir Spendengelder in Höhe von exakt 22.421,35 Euro für Hilfsprojekte in Birma ausgegeben. Diesem Betrag standen zusätzliche Sachspenden - insbesondere hochwertige Medikamente, optische Brillen und medizinische Instrumente - im Gesamtwert von etwa 3.544 Euro gegenüber. Dies entspricht mit einer Gesamtsumme von ca. 25.965 Euro im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um etwa 142 %.




15. Werbung in eigener Sache

Auch in diesem Jahr haben wir unseren ausführlichen Bericht aus dem Vorjahr 2011 in diversen Hotels in Birma ausgelegt, um insbesondere deutschsprachige Touristen auf unsere vielfältigen Projekte aufmerksam zu machen. Dazu gehören, wie in den vergangenen Jahren, das Beautyland Hotel I in der früheren Hauptstadt Yangon, das Taung Zalat Hotel in Kalaymyo im Grenzgebiet zum Volksstamm der Chin sowie das Royal City Hotel in Mandalay.

Außerdem legen wir zum ersten Mal auch mehrere Exemplare im Princess Hotel in Kyaing Tong, der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Dreiecks sowie im Zwekabin Hotel in Hpa An, der Hauptstadt des Volksstamms der Karen aus.




16. Danksagung

An dieser Stelle möchten wir all denjenigen Freunden von ganzem Herzen danken, die mit ihren großzügigen Geld- und Sachspenden einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg unserer diesjährigen Hilfsaktionen in Birma geleistet haben. Dazu zählen insbesondere:

Irma von Agris
Marie-Hélène Behr
Arne Bernhardt
Marie-L. & Rudolf Borgmann
Iris Bousmaha
Dr. Ulrich Braun
Doris & Prof. Dr. Gerd Breitbach
Dr. Rachid Chaouadi
Drs. Sabine & Wolfgang Claßen
Dr. Engelbert Claßen-Bockhoff
Brigitte & Frank Dannenbauer
Brigitte Dieckmann
Prof. Dr. Klaus Peter Dielmann
Ineke van Dijk & Ton Kicken
Eva Ellinghoven
Olaf Tjark Erdwiens
Anita & Edmund Feiter
Petra & Burkhard Floors
Beate & Erhard Funke
Ingrid & Andreas Gorbach
Sabine Gossen
Kelly Grace
Wolfgang Graulich
Valeria & Gerwin Hagebölling
Dr. Michael Hassiepen
Ulrike Hoeth
Melanie Holtz
Dr. Heinz Horn
Michael Houben
Dr. Karl-Dieter Husemann
Orhan Ilgen
Stefan Indefrey
Dr. Thomas Keusen
Renate Kircher
Dorothea Klinghardt
Vera & Josef Klomfass
Dorothea Köhler-Hahn
Volker Körner
Traudel & Klaus Krüger
Gudrun & Thomas Lausberg
Ursula & Hans-P. Ledwolorz
Barbara Leffeck
Hubertus Lemken
Dr. Jochen Linke
Katja Mailänder
Danica Markus
Michael Marx
Bernard Merzenich
Ulrich Mühlhoff
Elvira Oberreuther
Melanie Otermans
Heinz-Josef Penkalla
Uschi & Dr. Hans Röllinger
Prof. Dr. Michael Röper
Dirk Ruchatz
Ellen Ruppenkamp
Elke Saager
Prof. Dr. Eugenio Salinero
Arno Schleicher
Dr. Jürgen Schleppegrell
Renate Schwander
Eva & Ludwig Schwartz
Gerda & Friedhelm Sieland
Heike Sigmund
Walter Stollmann
Dominique Tavian
Werner Tesch
Helmut Theves
Dr. Heinz-J. Vehr
Evagelia Vretinaris
Johannes Vrhovsek
Otto Wagner
Joachim Winterhager
Martina Wolters
Irinka & Dieter Zimmermann
Christine Zintzen





sowie

Air Bagan (Myanmar),
IT Saint-Gobain Deutschland,
Firma SOPTIM AG in Aachen,
Sparkasse Aachen,
Thai Airways International

und

Oliver E Soe Thet (WACS Yangon/Thandwe)
U Than Htet Soe (Thone Htat Kyaung, Yangon)
U Win Nyunt (Phaung Daw Oo, Mandalay)
Daw Ni Ni Aung (Phaung Daw Oo, Mandalay)
Ko Zaw Tun (Hsipaw)
Daw Khin Than Win (Hsipaw)
U Seng Sai (San Pheit)
U Thein Htike Oo (Hsipaw)

Darüber hinaus bedanken wir uns ganz herzlich bei Herrn Clemens Wirth sowie Bernd Ellinghoven und Christine Gruber, die im Rahmen ihres Urlaubs in Südostasien im Jahre 2012 zahlreiche medizinische Hilfsgüter, Laptops und viele Gebrauchsgegenstände für unseren Verein nach Birma transportiert haben.


Aachen, im August 2012

Brigitte Ransoné (Vorsitzende Förderkreis Birma e.V.)
und Gerd Ransoné (stellvertretender Vorsitzender)




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