Bau einer Reismühle in Kalaymyo 2010

Reismühle in Kalaymyo
  1. Vorwort

  2. Planung

  3. Realisierung

  4. 3.1.   Besorgung einer Baugenehmigung
    3.2.   Erstellung der Fundamente
    3.3.   Errichtung des Reismühlengebäudes
    3.4.   Bau der Vorratsspeicher
    3.5.   Installation der Reismühle
    3.6.   Umbau des Kraftwerksgebäudes
    3.7.   Antrieb der Reismühle
  5. Einweihung
  6. Wirtschaftliche Bedeutung
  7. Projektzusammenfassung
  8. Ausblick
  9. Technische Daten zum Reismühlenprojekt
  10. Statistik der Projektkosten
  11. Danksagung


1. Vorwort

Bereits im Frühjahr 2009 hat der Förderkreis Birma e.V. sein erstes Projekt zur Nutzung regenerativer Energien in einem kleinen Dorf bei Kalaymyo nahe der Grenze Birmas zu Indien und Bangladesch realisiert. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir das elektrische Netz im Sommer 2009 durch den Einsatz zusätzlicher Spendengelder nahezu verdoppelt sowie einen neuen Brunnen gebaut, um den Wasserbedarf des Kraftwerks während der etwa sechs Monate lang andauernden Trockenzeit von Ende Oktober bis Mitte Mai zu gewährleisten.

Inzwischen sind mehr als 220 Häuser an das Stromnetz angeschlossen, so daß von Monat zu Monat mehr Reismühlenabfälle für den Betrieb der Biogasanlage des Kraftwerks beschafft werden müssen. Im Herbst 2009 haben wir daher ein neues Projekt zum Bau einer Reismühle auf dem Kraftwerksgelände ins Leben gerufen, um einerseits die Transportkosten für die Reismühlenabfälle einzusparen und andererseits den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase durch die Transportfahrzeuge zu reduzieren. Im Februar 2010 wird das Bauvorhaben abgeschlossen und im Rahmen einer stilvollen Eröffnungsfeier seiner Bestimmung übergeben.

Noch während unseres diesjährigen Aufenthalts in Kalaymyo geht die zweite Rice Husk Power Station, also ein mit Biogas aus Reismühlenabfällen betriebenes Kraftwerk, im Zentrum der Stadt ans Netz. Wir können das Kraftwerk besichtigen und haben die Gelegenheit, den Direktor der "Energy Group", U Myo Minn Soe, kennenzulernen. Er erzählt uns bereitwillig, daß er Mitte des vergangenen Jahres von unserem Kraftwerksprojekt und seiner effizienten Art der Stromerzeugung gehört hat.
"So etwas wird hier Schule machen", sagt er mit einem breiten Lächeln, "das ist genau das, was wir hier brauchen." Für uns gibt es kein größeres Kompliment, als daß unsere Projekte kopiert werden. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Gerd Ransoné, im Mai 2010




2. Planung

Die Planungsphase zum Bau einer Reismühle beginnt eigentlich schon kurz nach der feierlichen Eröffnungszeremonie für das erste mit Reismühlenabfällen (Rice Husk) betriebene Biogas-Kraftwerk in Kalaymyo am 21. Februar 2009 in Form von ersten Sondierungsgesprächen. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, wieviel Geld eine Reismühle kosten wird und ob die finanziellen Mittel unseres Vereins für ein derartiges Projekt ausreichen werden. Zudem müssen wir uns im Vorfeld von der wirtschaftlichen und ökologischen Notwendigkeit des anstehenden Bauvorhabens überzeugen. Aus diesem Grund beauftragen wir unseren Projektleiter in Kalaymyo, den Waisenhausdirektor U Ni Hre des Trinity Orphanage, bereits im März 2009, zwei Landkarten zu erstellen, aus denen sowohl die ungefähre Entfernung zu den bereits vorhandenen Reismühlen im Umfeld des Waisenhauses als auch die relative Lage der umliegenden Reisfelder zum Ort der geplanten Reismühle hervorgehen soll. Nur so können wir feststellen, ob die Anzahl der regional vorhandenen Reismühlen in Relation zu den aktuell genutzten Reisanbauflächen nicht bereits ein Überangebot darstellt.

U Ni Hre scheint sehr gründlich zu recherchieren, denn es dauert bis Ende Mai, bis er uns seine von Hand erstellten Skizzen zukommen läßt. Auch wir lassen uns Zeit, analysieren seine Zeichnungen, holen weitere Informationen ein und stellen fest, daß die Ausgaben für Rice Husk zum Betrieb des Biogas-Kraftwerks gegenwärtig bei 15,74% der gesamten Betriebskosten liegen, Tendenz steigend. Durch den Bau einer Reismühle würden nicht nur die Beschaffungskosten entfallen, sondern auch der Einsatz umweltverschmutzender Transportfahrzeuge. Außerdem würden zwei weitere Arbeitsplätze im Dorf geschaffen.

Nach reiflichen Überlegungen beschließen wir in der zweiten Oktoberhälfte 2009, das neue Projekt auf den Weg zu bringen. Seit dem letzten Projekt, dem Bau des ersten Biogas-Kraftwerks in Kalaymyo, sind wir sehr zuversichtlich, daß unser Projektleiter U Ni Hre auch diesmal ganze Arbeit leisten wird. Zunächst müssen die Fundamente für das neue Gebäude erstellt sowie das Hauptgebäude und die Vorratsspeicher für die Reismühlenabfälle errichtet werden. Schließlich muß die Reismühle mit ihrer komplizierten Mechanik eingebaut und die Hauptwelle des Kraftwerks für den mechanischen Antrieb erweitert werden.
Für die Realisierung des Projekts richten wir fünf Teilprojekte ein. Beim Geldtransfer werden uns die buddhistischen Mönche der Monastic Education High School "Phaung Daw Oo" in Mandalay wie im Vorjahr eine unverzichtbare Hilfe sein.




3. Realisierung

3.1 Besorgung einer Baugenehmigung

Auch in diesem Jahr legen uns die örtlichen Behörden in Kalaymyo keine Steine in den Weg, im Gegenteil. Die Kosten für die Baugenehmigung der geplanten Reismühle fallen mit 150.000 Kyat sogar noch um 50.000 Kyat geringer aus als seinerzeit für das Biogaskraftwerk. Dabei ist der zu entrichtende Geldbetrag lediglich als pauschale Gebühr zu betrachten, mit der keinerlei Auflagen für das zu realisierende Bauvorhaben verbunden sind.
Nach Aussage unseres Projektleiters U Ni Hre gibt es weder Vorschriften über die maximale Grundfläche des zu errichtenden Hauptgebäudes noch über dessen maximale Höhe. Im Gegensatz zu den Gesetzen hierzulande ist selbst die Lage des Gebäudes in Bezug auf die bestehenden Grundstücksgrenzen keinen Restriktionen unterworfen. Diesen Vorteil wird er natürlich ausnutzen, so daß das Gebäude bis an die nördliche Grundstücksseite reichen wird.




3.2 Erstellung der Fundamente

Sofort nach Erteilung der Baugenehmigung werden die Gräben für die Fundamente ausgehoben, eine Arbeit, die zum Ende der Regenzeit relativ leicht von der Hand geht, zumal der trockene Boden noch nicht richtig ausgehärtet ist.

Für die Fundamente, den unteren Sockelaufbau und die zentrale Bodenplatte aus Beton werden neben einer großen Menge Sand unter anderem 65 Säcke Zement, 200 Säcke Kalk und 15.000 Ziegelsteine verbaut. Nach einer Woche sind die vorbereitenden Arbeiten für das Gebäude abgeschlossen.




3.3 Errichtung des Reismühlengebäudes

Das imposante Gebäude erinnert mit seiner zweigeschossigen Bauweise und der eigentümlichen Dachkonstruktion doch sehr an ein buddhistisches Mönchskloster, zumal es sich auf halber Höhe von allen Seiten verjüngt und das Dach somit zweigeteilt ist. Es steht auf sechsundzwanzig vertikalen Holzbalken, die fest mit den Fundamenten verbunden sind.

Der hohe Raum im zentralen Bereich des Gebäudes ist erforderlich, um ausreichend Platz für die Reismühlenapparatur zu haben, deren Höhe etwa vier Meter beträgt.




3.4 Bau der Vorratsspeicher

Die Räumlichkeiten für die beiden "Rice Husk" Vorratsspeicher werden direkt in das Hauptgebäude integriert, um sie während der Regenzeit vor Nässe zu schützen. Sie befinden sich hinter den wunderschönen, geflochtenen Bambuswänden.

Die anfallenden Reismühlenabfälle für die Biogasanlage des Kraftwerks werden später über entsprechende Gebläse durch Hohlschächte in die Speicherräume transportiert. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, wird die Feinstaubbelastung im laufenden Betrieb sehr gering ausfallen.




3.5 Installation der Reismühle

Die Mechanik der Reismühlenapparatur ist vorwiegend aus Holz gefertigt und besteht aus diversen Segmenten, die erst innerhalb des Reismühlengebäudes zusammengesetzt werden können.

Dazu zählen unter anderem das eigentliche Mahlwerk aus hölzernen, mit Metall beschlagenen Drehwalzen, die verschiedenen Rüttelbretter, die Hohlschächte und Gebläse zur Trennung von Reiskörnern und deren Spelzen sowie eine massive Welle für die Kraftübertragung von der Antriebswelle des Kraftwerks zur Mühle.




3.6 Umbau des Kraftwerksgebäudes

Das neu errichtete Reismühlengebäude und das Kraftwerksgebäude sollen künftig eine Einheit bilden. Dazu sind entsprechende Umbaumaßnahmen erforderlich, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Zunächst muß eine Verbindung zwischen beiden Häusern geschaffen werden, um den mechanischen Antrieb der Reismühle zu ermöglichen. Schließlich muß der 30 kW Generator auf die andere Seite der Hauptantriebswelle des Kraftwerks verlegt werden, da dieser dem geplanten Antrieb der Mühle im Wege steht.




3.7 Antrieb der Reismühle

Das mittels Biogas betriebene Kraftwerk in Kalaymyo liefert zwar ausreichend Energie, um die Reismühle über Elektromotoren antreiben zu können, der Wirkungsgrad wäre jedoch, verglichen mit einem mechanischen Antrieb, den wir bereits in der Planungsphase zur Bedingung gemacht haben, denkbar schlecht.

Daher wird eine massive Welle mit sechs Antriebsrädern unterschiedlicher Durchmesser gebaut. Die Kraftübertragung erfolgt über breite Treibriemen mit dem Vorteil, daß auch sekundäre Wellen mit 90°-Versatz angetrieben werden können.




4. Einweihung

Am Nachmittag des 17. Februar 2010 besteigen wir mit zwei Stunden Verspätung ein Flugzeug in Yangon, um nach Kalaymyo zu fliegen, wo wir an der Eröffnungsfeier für die von unserem Verein finanzierte Reismühle, der „Blessing Rice Mill“, teilnehmen möchten. Leider kommen wir nur bis nach Mandalay, wo uns der Pilot unmittelbar nach dem Auftanken erklärt, daß er wegen des außergewöhnlich schlechten Wetters nicht in Kalaymyo landen kann und nun zurück nach Yangon fliegen wird. Später erfahren wir, daß es in Kalaymyo bereits seit Wochen weder geregnet hat noch stürmisch war. Wir vermuten, daß das Flugzeug von den Militärs nach Yangon beordert wurde, um hochrangige Funktionäre zu befördern. Anstatt nach Yangon zurückzufliegen, begeben wir uns mit einem alten Toyota-Taxi auf dem Landweg nach Kalaymyo, eine nervenaufreibende Reise durch eine Staubwüste ohne Straßen mit zahlreichen Pannen, die uns 22 Stunden unseres Lebens kostet.

Als wir das neu errichtete Reismühlengebäude zum ersten Mal erblicken, sind wir erst einmal tief beeindruckt von dem, was die Menschen hier in wenigen Monaten auf die Beine gestellt haben. So groß haben wir uns die Anlage gar nicht vorgestellt. Auch die eigenwillige Architektur des Gebäudes hat es uns angetan. Der Projektleiter U Ni Hre hat uns im Vorfeld zwar schon einige Fotos zukommen lassen, aber es ist doch etwas völlig anderes, wenn man zum ersten Mal persönlich davor steht.

Gemeinsam mit Ni Hre legen wir den Termin für die feierliche Eröffnungszeremonie auf Sonntag den 21. Februar 2010 fest. Natürlich haben wir uns zuvor versichert, daß auch unser diesjähriger Dolmetscher Cung Luai (Sonny) an diesem Tag genügend Zeit haben wird, um uns zu begleiten. Schon am darauf folgenden Tag bekommen wir unsere Einladungskarten mit dem genauen Programmablauf persönlich überbracht.

Während die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier am „Trinity Orphanage“ auf Hochtouren laufen, bleibt uns noch ausreichend Zeit, um ein großes Plakat mit den Namen der Sponsoren zu entwerfen, welches am Reismühlengebäude angebracht werden soll. Dazu suchen wir, wie bereits im vergangenen Jahr, einen Kopierladen in Kalaymyo auf.
Der Tag der Eröffnungsfeier präsentiert sich uns schon fast wie ein „Déjà-vu“-Erlebnis vom Vorjahr, aber es gibt heute ein paar kleine Unterschiede. In diesem Jahr werden wir das von Waisenkindern gehaltene, rote Eröffnungsband simultan zu zweit durchschneiden. Wir, das sind die Vorsitzende des Förderkreis Birma e.V. Brigitte Neifer und ihr Stellvertreter Gerd Ransoné. Nach der symbolischen Öffnung des neuen Gebäudes und der offiziellen Übergabe der Reismühle an U Ni Hre versammeln sich die zahlreich erschienenen Dorfbewohner zum Gebet. Die anschließenden Vorträge fallen etwas kürzer aus als im letzten Jahr.

Während zahlreiche Frauen schon mit der Vorbereitung des gemeinsamen Essens beschäftigt sind, gibt es heute einen Tag der offenen Tür. Alle Dorfbewohner sind herzlich eingeladen, die Reismühle zu besichtigen und Fragen zu stellen. Und zahlreiche Menschen, Erwachsene wie Kinder, machen auch Gebrauch von diesem Angebot. Zur Feier des Tages wird dann die Reismühle in Betrieb genommen, aber natürlich nur kurzzeitig und auch nur zur Demonstration, es ist ja schließlich Sonntag.
Es ist schon mächtig beeindruckend, was sich da so alles bewegt. Zahlreiche Treibriemen sorgen für den Antrieb der verschiedenen Aggregate, unter anderem die Drehwalzen, die Gebläse und natürlich die Rüttelbretter, welche über Exzenterwellen bewegt werden.

Das gemeinsame Bankett findet in diesem Jahr nicht unter freiem Himmel statt, sondern im Gebäude der Reismühle, das zur Zeit noch ausreichend Platz für eine Feier bietet. Später wird ein Großteil des Raumes als Lagerstätte für den angelieferten bzw. den bereits gemahlenen Reis dienen.

Das Essen schmeckt allen köstlich: Gemäß alter Tradition wurde auch in diesem Jahr wieder ein Schwein geschlachtet, so lieben es die Burmesen bei großen Ereignissen.




5. Wirtschaftliche Bedeutung

Schon heute ist die enorme, wirtschaftliche Bedeutung unserer Projekte aus den vergangenen zwei Jahren deutlich erkennbar. Bereits im ersten Jahr seit Inbetriebnahme des Kraftwerks kann der Direktor U Ni Hre eine sehr positive Bilanz vorweisen (siehe nebenstehende Graphik).

Die erzielten Gewinne dienen zum Teil der Bildung von Rücklagen, kommen aber auch dem Waisenhaus zu Gute. Im laufenden Geschäftsjahr werden die Gewinne noch deutlicher ausfallen, da die Transportkosten für Rice-Husk jetzt wegfallen. Zudem sind im Dorf vier neue Arbeitsplätze entstanden.




6. Projektzusammenfassung

Die Realisierung unserer Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen hatte eine Laufzeit von knapp 20 Monaten. Sie begann im August des Jahres 2008 mit dem Bau der ersten Biogas-Kraftwerksanlage im Grenzgebiet zum Volksstamm der Chin im Nordwesten Birmas, fand eine Fortsetzung im Rahmen der notwendigen Netzerweiterung und dem Bau eines Brunnens im Sommer 2009 und endete schließlich mit der Errichtung einer leistungsfähigen Reismühle im Februar 2010. Die Zusammensetzung der Projektsausgaben in Höhe von knapp 25.400 Euro ergibt sich aus nebenstehender Tabelle.

Unser Projekt einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ für das „Trinity Orphanage“ in Kalaymyo ist von spürbarer Nachhaltigkeit geprägt. So steht das Waisenhaus heute wirtschaftlich auf eigenen Füßen.




7. Ausblick

Nachdem wir bereits im letzten Jahr diverse Vorträge über die Problematik der stetig zunehmenden Umweltverschmutzung und den damit verbundenen Gefahren halten konnten, haben wir in diesem Jahr eine noch intensivere Aufklärungsarbeit geleistet und mehrere Schulungen als Vorbereitung für ein neues Umweltprojekt durchgeführt, der „Plastikfreien Stadt Kalaymyo“.
Im Rahmen dieser Aufklärungskampagne haben wir bereits zahlreiche Poster an den Bäumen und Strommasten im Dorf Sanmyo bei Kalaymyo anbringen lassen, welche eine junge Studentin aus Mandalay exklusiv für uns entworfen hat.

Eine ähnliche Kampagne betreiben wir seit geraumer Zeit in Hsipaw im nördlichen Shan-Gebiet. Mittlerweile sind sogar die Behörden auf unsere Initiative aufmerksam geworden und haben erst im Januar 2010 eine offizielle Delegation von Kyaukme nach Hsipaw beordert, um sich über unsere Aktivitäten und Ideen zu informieren. Auch sie haben erkannt, daß der extensive Gebrauch von nicht wiederverwertbarem Kunststoff in Zukunft ein großes Problem sein wird und ein „Ban on Plastic Bags“ für Naypyidaw und Mandalay verhängt.

Das nebenstegende Foto haben wir übrigens in Mandalay aufgenommen. Es zeigt ein offizielles Plakat der dortigen lokalen Behörden.




8. Technische Daten zum Reismühlenprojekt

Gebäude Reismühle  
Hauptgebäude - Grundfläche ca. 250 m2 Leistungsaufnahme ca. 12,5 kW (17 PS)
- Länge 17,50 m Anzahl Drehwalzen 2
- Breite 14,50 m Anzahl Rüttelbretter 3
- Höhe 5,20 m Anzahl Gebläseschächte 2
Anzahl Speicherräume 2 Verarbeitungskapazität 150 Säcke (ca. 3,75 t) / Tag
Speicherkapazität je ca. 12,5 m3 Gewichtsverhältnis Reis zu Husk etwa 1 : 0,6
 
Antrieb      
Antriebsart mechanisch (über das Kraftwerk)    
Kraftübertragung Antriebsriemen    
Breite des Antriebsriemens 16 cm Wartung und Betrieb  
Antriebsrad (primär) Ø 34 cm Anzahl neuer Arbeitsplätze 2
Antriebsrad (sekundär) Ø 84 cm 1. Arbeiter (Technischer Leiter) Ni Kulh
Übersetzungsverhältnis 1 : 2,47 2. Arbeiter Aung Nine Tun

Sowohl Ni Kulh als auch Aung Nine Tun gehören zum Volksstamm der Chin, obwohl letztgenannter einen burmesischen Namen trägt. Beide stammen aus dem Dorf Sanmyo und haben bereits langjährige Berufserfahrungen in umliegenden Reismühlen gesammelt.




9. Statistik der Projektkosten

Die Projektkosten für den Bau der Reismühle belaufen sich auf 15.865.000 Kyat, was einem Betrag von etwa 11.150 Euro entspricht. Den größten Anteil daran hat das Hauptgebäude, gefolgt von der eigentlichen Reismühle, den Fundamenten sowie dem mechanischen Antrieb.
Faßt man die Ausgaben für die Reismühle und den Antrieb zusammen, so ergibt sich ein prozentualer Anteil von 37,2 %. Dem gegenüber betragen die Kosten für die Infrastruktur (Fundamente, Hauptgebäude und Speicher) etwa 61,9 % des Gesamtbetrages. Die Baugenehmigung liegt bei nur 0,9 %.




10. Danksagung

Dieses Projekt wird mit Mitteln finanziert, welche die Weesbach-Stiftung in Krefeld dem „Förderkreis Birma e.V.“ zur Verfügung stellt.


Aachen, im Mai 2010

Brigitte Neifer (Vorsitzende Förderkreis Birma e.V.)
und Gerd Ransoné (stellvertretender Vorsitzender)





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