Unsere Vereinsaktivitäten im Jahre 2010

Verteilung optischer Brillen an die Dorfbewohner von Sanmyo
  1. Vorwort

  2. Zusammenfassung

  3. Kalaymyo - Trinity Orphanage

  4. 3.1.   Verteilung von Brillen
    3.2.   Bau einer Reismühle
    3.3.   Bilanz abgeschlossener Projekte
    3.4.   Ausblick
  5. Kalaymyo - Hakha Diözese
  6. Mandalay - Phaung Daw Oo
  7. Mandalay - Trishaw-Driver
  8. Hsipaw - Ko Zaw Tun

  9. 7.1.   Bildung und Erziehung
    7.2.   Micro Credit
    7.3.   Gesundheitswesen
    7.4.   Umweltprojekte
    7.5.   Wasserbüffel
  10. Kyaing Tong - Zetamin Klinik
  11. Neue Kontakte
  12. Statistik der verteilten Spenden
  13. Werbung in eigener Sache
  14. Danksagung


1. Vorwort

Erste Pläne zur Errichtung einer Reismühle gehen auf Gespräche zurück, die wir bereits im Frühjahr des Jahres 2009 mit Ni Hre, dem Direktor des Waisenhauses "Trinity Orphanage", in Kalaymyo geführt haben. Anschließend bedurfte es noch langwieriger Recherchen und Analysen, bis wir schließlich im Oktober 2009 grünes Licht für die Realisierung des Projekts gegeben haben.
Das Reismühlenprojekt stellt in der noch jungen Geschichte unseres gemeinnützigen Vereins einen weiteren Höhepunkt dar, nachdem wir im Jahr zuvor das erste mit Biogas betriebene Kraftwerk in Kalaymyo gebaut haben. Man kann es einerseits als ein neues, eigenständiges Projekt betrachten, andererseits aber auch als eine konsequente Fortsetzung des Kraftwerksprojekts im Sinne einer Optimierung der infrastrukturellen Gegebenheiten und der ökonomisch-ökologischen Erfordernisse. Im Übrigen haben wir im Rahmen des Kraftwerks- und Reismühlenprojekts vier neue Arbeitsplätze im Dorf Sanmyo geschaffen.
Auch in diesem Jahr hat uns die Fluggesellschaft Thai Airways International das "zulässige Gesamtgewicht" unseres Gepäcks für den Hinflug von Frankfurt am Main über Bangkok nach Rangun kostenlos auf über 75 Kg aufgestockt. Zum ersten Mal gibt es auch auf unseren Inlandsflügen keine Einwände gegen unser Übergewicht, da wir unsere burmesischen "Lotus Plus" - Vielfliegerkarten beim Einchecken stets "ganz unauffällig" mit zu den Reisepässen legen.
In der vorliegenden Broschüre haben wir den größten Teil unserer diesjährigen Hilfsaktionen knapp dokumentiert, um einerseits zu beschreiben, wohin die Spendengelder des "Förderkreis Birma e.V." geflossen sind und was wir mit den Sachspenden gemacht haben, andererseits aber auch, um über das recht breite Spektrum der von uns geförderten Projekte zu informieren.

Gerd Ransoné, im Mai 2010




2. Zusammenfassung

Unsere diesjährige Birmareise beginnt wie gewohnt in Rangun, der früheren Hauptstadt, die heute Yangon heißt. Leider ist der Schwarzmarkt zum Geldwechseln am Montag - dem Tag unserer Ankunft - geschlossen, so daß wir unseren Weiterflug nach Kalaymyo erst für den nachfolgenden Mittwoch buchen. Immerhin haben wir so genügend Zeit, uns ein wenig zu akklimatisieren und ein paar alte Freunde zu besuchen.
Im Kloster Thone Htat Kyaung treffen wir rein zufällig U Nayaka, den Sayadaw des Phaung Daw Oo in Mandalay, mit seiner guten Seele Ni Ni Aung, die als seine rechte Hand in der Schulverwaltung gilt.
Unsere Geldgeschäfte auf dem Schwarzmarkt wirken eher ernüchternd. Sie führen uns vor Augen, daß die weltweite Krise auf dem Finanzmarkt offenbar zu einer Neubewertung des heimischen Kyat in Birma geführt hat: So bekommen wir in diesem Jahr mit etwa 1.330 Kyat pro Euro nur knapp 2,5% mehr als im Vorjahr.
Unser Flug nach Kalaymyo erweist sich zunächst als problemlos, wir kommen aber leider nur bis nach Mandalay. Dort erklärt uns der Pilot, daß er nicht nach Kalaymyo, sondern zurück nach Yangon fliegen wird. So bleibt uns nur die 22-stündige Höllenfahrt in einem altersschwachen Toyota-Taxi durch eine straßenlose Staubwüste.
In Kalaymyo nehmen wir an der Eröffnungsfeier für die von uns finanzierte Reismühle, der "Blessing Rice Mill", teil. Später fliegen wir dann nach Kyaing Tong im Goldenen Dreieck, besuchen die dortige "Zetamin Clinic" von Dr. Zin Ma Oo und Dr. Myint Zaw sowie den Bischof Peter Louis Caku und Father Norman. Zurück in Mandalay treffen wir Ko Zaw Tun, der uns viele Neuigkeiten aus Hsipaw erzählt: Unser Wasserbüffel "Aik Lum" ist vor kurzem Vater geworden, der Micro Credit entwickelt sich fabelhaft und unser Umweltprojekt hat Modellcharakter.
In Mandalay besuchen wir natürlich auch wieder das Phaung Daw Oo, wo wir erneut den buddhistischen Mönch U Nayaka treffen und mit unseren Studenten sprechen.




3. Kalaymyo - Trinity Orphanage

Nach unserer erheblich verspäteten Ankunft in Kalaymyo am 18. Februar 2010 nehmen wir sofort Kontakt mit dem Waisenhausdirektor U Ni Hre auf und treffen uns kurze Zeit später mit ihm und Cung Luai (Sonny), unserem vorjährigen Dolmetscher, in der Kneipe der Halb-Chinesin Tin Tin, wo wir das weitere Vorgehen besprechen. Schon am darauf folgenden Tag haben wir unseren ersten Besichtigungstermin an der fertiggestellten Reismühle. Die gewaltigen Ausmaße des Hauptgebäudes übertreffen alle unsere Erwartungen.
Im Umfeld des Kraftwerksbetriebs gibt es eine kleine Neuigkeit: Der bisherige erste Ingenieur, Khua Er, ist wieder ins Ausland gegangen. Seinen Nachfolger, Van Dawt Cung, ebenfalls ein Maschinenbauingenieur, hat er zuvor intensiv in die regelmäßig anfallenden Wartungsarbeiten und eventuelle Reparaturmaßnahmen eingeführt, um einen nahtlosen Übergang im Führungspersonal zu gewährleisten. Zweiter Ingenieur ist nach wie vor Thawng Cin Than, genannt James. Er wohnt mit seiner Frau und seinen 3 Kindern in einem Dorf namens Sakangyi, etwa 22 Kilometer südwestlich von Kalaymyo.

Das strohgedeckte Dach seines Hauses ist bereits sehr marode. Für eine nachhaltige Renovierung benötigt er dringend 100 verzinkte Bleche zum Preis von 600.000 Kyat, was gegenwärtig einem Betrag von 419,77 Euro entspricht. Für ihn ist dies eine unvorstellbar hohe Summe. In Anbetracht der bevorstehenden Regenzeit beschließen wir, helfend einzugreifen.
Bei den Ausbesserungsarbeiten helfen auch die Nachbarn mit. Inzwischen ist das Dach vollständig erneuert. James ist sehr stolz darauf und braucht sich nun keine Sorgen mehr zu machen. Während der lang anhaltenden Regenzeit wird seine Familie buchstäblich im Trockenen sitzen.




3.1 Verteilung von Brillen

Seit dem letzten Jahr haben wir wieder sehr viele optische Brillen für das Land gesammelt, davon alleine etwa 170 für Kalaymyo. U Ni Hre hatte uns nämlich mitgeteilt, daß nach wie vor ein großer Bedarf besteht.

Auch diesmal haben wir die Brillen vorher sortiert und für Kurzsichtige, Weitsichtige sowie Menschen mit beiderlei Sehschwäche (bifokal) auf separaten Tischen angeordnet. Die Dorfbewohner sind jedoch so gespannt und aufgeregt, daß bald wieder alles durcheinander liegt. Mit viel Geduld finden die meisten dennoch eine passende Sehhilfe.




3.2 Bau einer Reismühle

Der Bau der Reismühle erstreckt sich vom Herbst 2009 über ca. vier Monate. Die feierliche Eröffnung findet am 21. 02. 2010 statt. Das ganze Dorf ist versammelt, und es gibt reichlich Applaus, als wir gleichzeitig das von Waisenkindern gehaltene Eröffnungsband mit einer Schere durchtrennen und die Reismühle damit offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Mit dem Aufschließen der Eingangstür und der Aushändigung der Gebäudeschlüssel an den Waisenhausdirektor U Ni Hre wird ihm die neue Einrichtung anvertraut. Anschließend treffen sich die Dorfbewohner zum Gebet. Es wird getrommelt und gesungen.

Danach lauschen sie unseren Kurzvorträgen über Umweltfragen, die von Cung Luai simultan übersetzt werden. Währenddessen bereiten einige Frauen das gemeinsame Essen im Mühlengebäude vor. Weitere Informationen finden Sie unter „Bau einer Reismühle in Kalaymyo 2010“.

Später treffen wir U Myo Minn Soe, Chef der Energy Group. Er fand unsere Idee des Biogaskraftwerks in 2009 so toll, daß er im Stadtzentrum nun selbst eines gebaut hat.




3.3 Bilanz abgeschlossener Projekte

Das Kraftwerk

Das Kraftwerk stellt inzwischen die größte Einnahmequelle des Waisenhauses dar. Daneben werden aber auch Rückstellungen für die Biogasanlage, den Verbrennungsmotor, den Generator und das Stromnetz gebildet.


Das Telefon

Der Telefonanschluß ist Ende April 2009 gelegt worden und wird von U Ni Hre’s Schwester als „öffentlicher Fernsprecher“ in ihrer kleinen Verkaufsbude betreut. Die Gewinne kommen dem Waisenhaus zugute.


Der Fischteich

Seit der Einrichtung des Fischteichs bekommen die Waisenkinder regelmäßig eiweißhaltige Nahrung auf den Teller. Der Überschuß an Fischen wird auf dem Markt verkauft und beschert dem Waisenhaus ein zusätzliches, kleines Einkommen.




3.4 Ausblick

Im Dorf Sanmyo haben wir bereits die Luftverschmutzung durch eine intensive Nutzung regenerativer Energien stark reduziert. Jetzt wollen wir auch die Gefahren mindern, die von verseuchtem Grundwasser ausgehen. Dazu betreiben wir eine Aufklärungskampagne gegen den extensiven Gebrauch von nicht recyclebaren Plastiktüten in Anlehnung an unser Pilotprojekt in Hsipaw.

Wir halten zahlreiche Vorträge und weisen durch entsprechende Umwelt-Poster an unseren Strommasten und an Bäumen auf die gesundheitlichen Gefahren hin. Projektleiter soll unser Dolmetscher Cung Luai werden.




4. Kalaymyo - Hakha Diözese

Nach der Einweihungsfeier der Reismühle begeben wir uns zum Bischofssitz, wo wir wie immer sehr gastfreundlich von Bischof Felix und Father John empfangen werden. Unsere Unterhaltung bei Wein und Bier verläuft eigentlich ganz fröhlich, bis uns die beiden Geistlichen die recht traurige Geschichte eines sechzehnjährigen Mädchens erzählen.
Niang Bawi Len kommt aus Lai Lui, einem Dorf im Titim Township. Ihre Mutter starb im Jahre 1994, als die Kleine erst drei Monate alt war. Nachdem ihr Vater nach Indien gegangen war, um dort zu arbeiten, wurden sie und ihre ältere Schwester von den Großeltern erzogen. Zuerst starb die Oma, 2008 starb auch der Opa. Danach wurden sie von einem Onkel aufgenommen und zogen mit ihm nach Kalaymyo. Die größere Schwester arbeitet heute in einem Tea-Shop am Bushof, die jüngere - Niang Bawi Len - arbeitete bis vor kurzem als Hausmädchen im Haus eines Kneipeninhabers, wo sie mißhandelt und mißbraucht wurde. Vor zwei Tagen wäre sie beinahe erneut zum Opfer eines sexuellen Mißbrauchs geworden, konnte sich aber gerade noch rechtzeitig in die Obhut einer Ordensschwester begeben. Nun wohnt das junge Mädchen bei Father John und dessen Mutter. Da er bereits einigen Frauen Arbeit und Verdienst als Weberin verschaffen konnte, möchte er auch ihr eine Ausbildung zur Weberin vermitteln. Father John sucht offensichtlich Sponsoren.

Zurück im Hotel sprechen wir über das traurige Schicksal von Niang Bawi Len und über unsere Möglichkeiten, dieses zu wenden. Schon bald stellen wir fest, daß wir in der Einschätzung der Sachlage und der Abwägung des „Für“ und „Wider“ 100%ig übereinstimmen. Gemeinsam entscheiden wir uns zu helfen. Dabei steht für uns insbesondere die positive Wirkung unseres Engagements auf die Psyche des Mädchens im Vordergrund.

So fahren wir am nächsten Morgen direkt zum Haus des Bischofs, um mit Father John über Niang Bawi Len zu sprechen. Sie sitzt nur traurig da, und Brigitte kümmert sich ganz liebevoll um sie, während Gerd mit Father John die Formalitäten klärt. Wir schenken Niang Paßfotos und eine Visitenkarte von uns. Sie klebt unsere Bilder sorgfältig um, und es zeichnet sich ein erstes Lächeln in ihrem Gesicht ab. Dann packt sie ihre Armbanduhr aus, zwei kleine Parfümpröbchen sowie den Stoff für einen neuen Longyi und ein passendes Aingyi.

Father John ist Prokurist der Hakha Diözese, und er kann uns den Empfang der vier Lakhs (400.000 Kyat) für die Ausbildung quittieren. Mit dem gelben Jeep fahren wir zu seinem Haus, lernen seine rüstige Mutter kennen und schauen den Weberinnen bei der Arbeit zu. Wir glauben, daß es Niang Bawi Len nun wesentlich besser gehen wird. Ruhigen Herzens fahren wir zurück in die Stadt.

Am 14. April 2010 erhalten wir eine Email von Father John Khup, in welcher er uns detailliert über die anfallenden Kosten von März bis Dezember 2010 informiert:

1. Kleidung und Taschengeld
2. Wolldecke und Moskitonetz
3. Essen und Unterkunft
4. Webstuhl
5. Unterricht
6. Material zum Weben

Gesamtsumme:
30.000 Kyat
20.000 Kyat
150.000 Kyat
110.000 Kyat
50.000 Kyat
40.000 Kyat

400.000 Kyat



5. Mandalay - Phaung Daw Oo

Bereits am Tag unserer Rückkehr nach Mandalay telefonieren wir mit Thandar Win Shwe, einer weiteren Sekretärin des Phaung Daw Oo, um die Termine für unser Treffen mit U Nayaka, Ni Ni Aung, Win Nyunt und unseren Studenten abzusprechen. Am nächsten Tag treffen wir nicht nur das gesamte Verwaltungspersonal, sondern alle von uns geförderten Studenten bis auf zwei unserer drei Mediziner: Win Min Hein und Maung Thiha Soe haben leider einen sehr wichtigen Termin an der Universität wahrzunehmen.

Zunächst einmal gibt es einige Fototermine, insbesondere mit den beiden angehenden Ingenieuren Aung Zin Moe und Maung Hlaing Soe (links), die wir zu Beginn ihres zweiten Studienjahres zum ersten Mal persönlich zu Gesicht bekommen.
Wir unterhalten uns intensiv mit allen und lassen uns ausführlich über den Stand ihres Studiums und ihrer bisherigen Prüfungen berichten. Dabei machen wir ihnen klar, daß sie uns rechtzeitig informieren sollen, wenn sie im Studium nicht zurecht kommen. Ein Fachrichtungswechsel darf kein Tabuthema sein. Und niemand würde sein Gesicht verlieren. Es gibt aber offenbar keine Bedenken.

Das linke Bild zeigt v.l.n.r.: Ni Ni Aung, Gerd Ransoné, U Nayaka, Win Nyunt, U Zawtika und Aung Tun Lay, den Chemiker im vierten Studienjahr. Er ist mächtig stolz auf seinen „neuen“ Laptop, den wir ihm bereits im Dezember 2009 haben zukommen lassen.

Ma Yi Lay Nwe (erstes Bild rechts) studiert im dritten Jahr Medizin, und es macht ihr sichtlich Spaß. Ti Ma Ma Thet (mitte) gibt bereits vereinzelt Englischunterricht am PDO.

Nay Win Myint, unser Geschichtsstudent (letztes Bild rechts neben Thandar Win Shwe) hatte uns bereits im Spätsommer des letzten Jahres gebeten, ihm einen Computerkurs zu finanzieren. Damals haben wir ihm die Förderung sofort per Email zugesagt. Leider ging diese Nachricht aber aufgrund wiederholter Serverprobleme in Birma verloren. Jetzt können wir die Angelegenheit direkt vor Ort regeln und deponieren den erforderlichen Betrag in Höhe von 35.000 Kyat (etwa 26,32 Euro) im Phaung Daw Oo. In Kürze beginnt er mit seinem Computerkurs.




6. Mandalay - Trishaw-Driver

Auch in diesem Jahr gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, zu denen unter anderem die Trishawdriver Ba Maung und Tun Tun (Taxifahrer von Fahrrädern mit Beiwagen) gehören.

Im vergangenen Jahr hatte Tun Tun sein Häuschen und seine ganze Habe durch einen Großbrand verloren, und Ba Maung benötigte eine finanzielle Hilfe zur Begleichung der Krankenhauskosten für seine schwangere Frau. Jetzt stehen die beiden wieder auf eigenen Füßen und können ihre Familien auch ohne externe Hilfe versorgen.




7. Hsipaw - Ko Zaw Tun

7.1 Bildung und Erziehung

Schon seit geraumer Zeit nutzt unser Projektleiter Ko Zaw Tun in Hsipaw einen Teil des geringen Zinsaufkommens aus unserem Micro Credit, um die Kosten für Schulgeld, Lehrbücher, Schreibmaterial, Hefte und Schuluniformen für zahlreiche Schulkinder in Hsipaw und Umgebung abzudecken.

Er hat erkannt, daß Bildung durch nichts zu ersetzen ist - außer - durch noch mehr Bildung. Davon hängt schließlich die Zukunft des ganzen Landes ab.




7.2 Micro Credit

Zu Beginn unserer Initiative im Jahre 2004 hatten wir gerade mal 43 Kreditnehmer, inzwischen ist ihre Anzahl bereits auf über 200 angestiegen. Dabei handelt es sich zumeist um Kleinkredite für Bauern, die Saatgut für ihre Reisfelder benötigen oder Tiere kaufen möchten und nicht auf Erspartes zurückgreifen können. Dank der Bemühungen unseres Freundes Ko Zaw Tun haben wir im Januar 2010 für die Einrichtung des „Micro Credits“ von der staatlichen Behörde „The Goodwill Service of Micro Credit Co-operative Society Limited, Market Quater, Hsipaw“ eine offizielle Registrierungsnummer erhalten. Sie lautet:   Reg. No. Nya - 274 / 70 / Shan (1 - 295)

Nun brauchen wir uns über die Zukunft des Projektes keinerlei Sorgen mehr zu machen. Während der letzten Jahre hatten wir nämlich eine nicht ganz unbegründete, latente Befürchtung, daß irgendein Beamter der örtlichen Behörden irgendwann einmal seine habgierige Hand auf das Bankkonto unserer Hilfsgelder legen könnte und wir dem machtlos gegenüber stehen würden. Mit der offiziellen Registrierung bewegen wir uns jetzt in sicheren Gewässern.
Das gleiche gilt insbesondere für unseren langjährigen Freund Ko Zaw Tun, welcher den Micro Credit von Anfang an verwaltet und mitgestaltet hat. Seine Tätigkeit steht nun auf einer legalen Basis, und man wird ihn nicht dafür belangen können, daß er mit westlichen Besuchern kooperiert und deren Ideen in die Tat umsetzt. Auch in diesem Jahr haben wir den erfolgreichen Micro Credit finanziell aufgestockt.




7.3 Hsipaw - Gesundheitswesen

Im Herbst 2009 haben wir die Kosten für die Operation von zwei Kindern übernommen, deren Lebensqualität seit ihrer Geburt durch eine sogenannte Hasenscharte stark eingeschränkt war. Das Mädchen heißt Nang Shwe Sein, der Junge Sai Ngo Po. Beide sind elf Jahre alt und stammen aus dem kleinen Dorf Nar Mone nördlich von Hsipaw im nördlichen Shan-State. Bei der zweistündigen Fahrt zum Krankenhaus in Nam Lan am 22. Oktober 2009 wurden die Kinder von ihren Müttern begleitet, die während des gesamten Krankenhausaufenthalts bei ihnen blieben.


Die Kosten pro Kind betragen im Einzelnen:

Transport (hin / zurück)
Medizinische Operation
Verpflegung (11 Tage)

Summe
20.000 Kyat
20.000 Kyat
15.000 Kyat

55.000 Kyat

Dies entspricht einem Betrag von ca. 41,35 €.

Bereits am nächsten Tag wurden die Kinder von Dr. Shwe Nyan, einem renommierten Chirurgen am Nam Lan Central Hospital, operiert und konnten schon nach 11 Tagen, am 02. November 2009, in ihr Dorf zurückkehren. Für die beiden beginnt nun ein neues Leben.




7.4 Umweltprojekte

Unser Umweltprojekt in Hsipaw wird inzwischen von den lokalen Behörden unterstützt. Sie haben ein Grundstück bereitgestellt, auf dem der eingesammelte, nicht wiederverwertbare Plastikmüll vergraben werden kann. Zum Einsammeln des Plastikmülls werden Einweghandschuhe verteilt.

Die Müllsammler erhalten als Anerkennung u.a. robuste Baumwolltaschen. Und unser Projektleiter Ko Zaw Tun aus Hsipaw rührt kräftig die Werbetrommel. Letzte Stationen:


November


2009:


Im Dorf Nam Lan weckt er das Interesse der Dorfältesten für unsere Umweltaktivitäten. Daraufhin reisen Sai Hla Tun, U San Paw und Sai Sein Myint nach Hsipaw, um sich vor Ort über unsere Kampagne zu erkundigen.

Dezember

2009:

Dorfvorsteher U Aik Aye und Daw Than aus Kun Hauk reisen nach Hsipaw, wo Ko Zaw Tun sie über die Gefahren von Plastiktüten aufklärt.

Januar

2010:

Eine offizielle Delegation reist von Kyaukme nach Hsipaw, um sich über unser Projekt zu informieren.

Februar
2010:
Ko Tin Maung Thein, Direktor der Jivita Dhana (Lebensrettungs- und Blutspende-Gesellschaft) kommt nach Hsipaw und ist von den Aktivitäten überwältigt.



7.5 Hsipaw - Wasserbüffel

Unser erster Wasserbüffel Aik Lum, dem wir bereits vor anderthalb Jahren zwei hübsche Freundinnen beschert haben, war in der Zwischenzeit nicht ganz untätig. Am 30. Dezember 2009, dem letzten Vollmondtag des alten Jahres, ist er mit seiner Freundin Ae Mae zum ersten Mal Vater einer kleinen Tochter geworden. Und da dem „Full Moon Day“ in Birma eine ganz besondere Bedeutung zukommt, wurde ihr der Name „Ae Moon“ gegeben, das Mondmädchen.
Der Reisbauer Seng Sai, der sich seit Jahren ganz liebevoll um unsere Wasserbüffel kümmert, ist natürlich richtig stolz auf den Nachwuchs. Allerdings wird er das Büffelmädchen nicht behalten dürfen. Unsere Vereinbarung sieht nämlich vor, daß jeglicher Nachwuchs an bedürftige Familien verschenkt werden muß.
Aik Lum, der stolze Vater, ist inzwischen richtig erwachsen geworden. Er strotzt nur so vor Kraft, und die Feldarbeit scheint ihm Freude zu machen. Vielleicht denkt er ja bei der Arbeit auch sehr viel an Ae Mauk, seine zweite hübsche Freundin mit der Blume auf der Stirn. Sie müßte inzwischen ebenfalls geschlechtsreif sein. Wir hoffen, daß sich auch mit ihr bald Nachwuchs einstellt.




8. Kyaing Tong - Zetamin Klinik

Bei unserer diesjährigen Stippvisite in Kyaing Tong im Goldenen Dreieck treffen wir unsere alten Bekannten, die Chefärzte der Zetamin Klinik Dr. Zin Ma Oo und Dr. Myint Zaw, leider nicht an, da sie am Vortag nach Yangon geflogen sind.
Stattdessen lernen wir den jungen Arzt Dr. Mai Te kennen, der uns ein Telefonat mit Dr. Zin Ma Oo vermittelt. Auch heute stellt diese ihr Organisationstalent unter Beweis und organisiert für uns aus der Ferne ein gemeinsames Abendessen mit Dr. Mai Te sowie dem Zahnarzt Dr. Gyi No und dessen Sohn Victor in einem Restaurant und Biergarten „Azure“ direkt am See.
Dr. Gyi No bedankt sich ganz herzlich für die verschiedenen Dental-Materialien, die er in seiner Praxis sehr gut gebrauchen kann. Dann erzählt er uns, daß er eigentlich Gino heißt und wie er zu seinem italienischen, katholischen Namen gekommen ist. Auch Dr. Mai Te bedankt sich im Namen aller Klinikärzte für die mitgebrachten Medikamente und medizinischen Messgeräte.




9. Neue Kontakte

Bischof Raymond von Bhamo Wie gewohnt haben wir in diesem Jahr nicht nur versucht, alte Kontakte zu pflegen, sondern auch neue zu knüpfen. Über Bischof Felix und Father John Khup, die wir bereits im vergangenen Jahr in Kalaymyo kennengelernt haben, konnten wir beispielsweise ein neues Förderprojekt zur Berufsausbildung in Angriff nehmen (siehe Kap. 4).

In diesem Jahr haben wir auch zum ersten Mal Bischof Raymond (Bhamo) und Bischof Peter Louis Caku (Kyaing Tong) kennengelernt. Diese Kontakte können in Zukunft sehr wertvoll für uns sein.




10. Statistik der verteilten Geld- und Sachspenden

Seit unserem letzten Besuch im Frühjahr 2009 haben wir Spendengelder in Höhe von insgesamt 22.033 Euro für Hilfsprojekte in Birma ausgegeben. Diesem Betrag standen zusätzliche Sachspenden - insbesondere hochwertige Medikamente, optische Brillen und medizinische Instrumente - im Gesamtwert von etwa 7.564 Euro gegenüber. Damit konnten wir unsere Hilfsaktionen in Birma mit einer Gesamtsumme von 29.597 Euro im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10 % steigern.




11. Werbung in eigener Sache

In diesem Jahr haben wir unsere Berichte aus dem Jahre 2009 in mehreren Hotels in Birma als sogenannte Belegexemplare ausgelegt, um insbesondere deutschsprachige Touristen auf unsere vielfältigen Projekte aufmerksam zu machen. Dazu zählt unter anderem das Beautyland Hotel I in Yangon, das Hotel Taung Zalat in Kalaymyo, das Royal City Hotel in Mandalay, das Princess Hotel in Kyaing Tong sowie das Friendship Hotel in Bhamo.

In Mandalay haben uns diesbezüglich sogar schon interessierte Niederländer angesprochen.




12. Danksagung

An dieser Stelle möchten wir all denjenigen Freunden von ganzem Herzen danken, die mit ihren großzügigen Geld- und Sachspenden einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg unserer diesjährigen Hilfsaktionen in Birma geleistet haben. Dazu zählen insbesondere:

Prof. Dr. Diethard Adt
Dr. Gerhard Bartsch
Dr. Albert Behr †
Marie Hélène Behr
Maria Blatt-Bodewig
Brigitte Dieckmann
Beate Eckardt
Anton Ellinghaus
Bernd Ellinghoven
Dr. Reiner Flöthner
Burkhard & Petra Floors
Dr. Dieter Geimer
Bernhard Grendel
Christine Gruber
Christl Güth
Rosemarie Handel
Dr. Michael Hassiepen
Birgit Heindel
Simone Hessel
Boris & Ulrike Hoeth
Stefan Indefrey
Hedda Jacobsen
Ton Kicken & Ineke van Dijk
Volker Körner
Susanne Kreuz
Klaus & Traudel Krüger
Ursula & Hans-P. Ledwolorz
Dr. Jochen Linke
Danica Markus
Michael Marx
Barbara Neufang
Elisabeth Neumeier
Pascal Nießen
Dr. Hans Dieter Noss
Nicolas & Ursula Querette
Ellen Ruppenkamp
Dr. Wolfg. Ruppenkamp
Prof. Dr. Eugenio Salinero
Dr. Jürgen Schleppegrell
Manuel Schmidt
Joachim Schrodt
Eva & Ludwig Schwartz
Sigrid Senssfelder
Friedhelm & Gerda Sieland
Dominique Tavian
Marianne Vogel †
Dr. Klaus Wenda
Peter Ziegler



sowie

Air Bagan (Myanmar)
Firma SOPTIM AG in Aachen und deren Mitarbeiter
Sparkasse Aachen
Thai Airways International
Weesbach Stiftung in Krefeld

Darüber hinaus bedanken wir uns ganz herzlich bei Bernd Ellinghoven und Christine Gruber, Monika Frank sowie Bernadette und Orhan Ilgen, die im Rahmen ihres Urlaubs in Südostasien im Jahre 2009 zahlreiche medizinische Hilfsgüter und viele Gebrauchsgegenstände für unseren Verein nach Birma transportiert haben.


Aachen, im Juni 2010

Brigitte Neifer (Vorsitzende Förderkreis Birma e.V.)
und Gerd Ransoné (stellvertretender Vorsitzender)




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